Montag, 14. Januar 2013

[Rollenspiel] MM&P: D&D Monster Manual 1st Ed.

-N-

Naga





Die Nagas sind Kreaturen der indischen Mythologie und relativ fest in der Fantasy verankert. Ich denke dabei zum Beispiel an die Nagas von "Heroes of Might & Magic", die auch bei mir eine gewisse Nagafreundlichkeit erzeugt haben. Ähnliche Versionen sind unter anderem auch die Sslyth-Söldner von Warhammer 40k oder Khan von "Die Schiffbrüchigen von Ythaq".
Ein Sslyth
Doch kommen wir mal zu den indischen Nagas zurück. Interessant ist bei ihnen, dass sie sehr unterschiedlichen Formen aufweisen:

Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube. - wikipedia.de
Irgendwie schade eigentlich, dass D&D nur eine Form verwendet und nicht die gesamte Bandbreite an Nagas verwendet.
Auch interessant ist, dass die Nagas und die vogelartigen Garudas verfeindet sind. Gut, Garudas gibt es jetzt bei D&D nicht direkt, aber genug andere, vogelartige Wesen wie z.B. die Vrock. Dieses duale Konzept von irdischen Wesenheiten gegen Kreaturen der Lüfte kann man ganz gut als Hintergrund für eine settingsbezogene Mythologie hernehmen. Was ich auch interessant finde, ist die moralische Spannbreite der Nagas, denn sie erlauben es durchaus, dass sonst so heimtückische Bild der Schlangen durch Weisheit und einer gewissen, edlen Erscheinung auszugleichen. Aber dies ist nur das Zentrum des Bildes, denn es gibt auch durchaus extrem bösartige oder besonders gute Exemplare dieser Kreaturen. Daher empfehle ich diese Bandbreite voll und ganz auszunutzen und die Nagas trotz ihrer körperlichen Nachteile als ein interessantes Wesen statt einem einfachen Stereotyp darzustellen. 
Apropos "körperliche Nachteile": Bezieht man sich auf die D&D-Version der Naga, also einer Schlange mit Menschenkopf - eine sehr ähnliche Kreatur kann man auch bei "Barbarians of Lemuria" vorfinden - sollte man diese Nachteile dadurch ausgleichen, dass man ihnen Diener zur Verfügung stellt. Auch wenn ich jetzt in Gefahr laufe, irgendwie sinnlos vor mich hin zu labern, aber ich denke da gerade an zwei Konzepte, wie man die Nagas einsetzen kann:
  1. Die höheren Wesen: Nagas könnte man eben, wie sie auch im indisch-asiatischen Raum bekannt sind, als Geister oder Gottheiten verwenden, die von Priestern und Priesterinnen bedient und versorgt werden.
  2. Die niedere Form: In diesem Fall fügt man der "klassischen" D&D-Naga noch weitere "Modelle" hinzu, wie höhere Nagas mit menschlichem Oberleib. Diese wären nun die eigentlichen Nagas, während die anderen eben niedere Nagas wären. Die Höheren wären dann die Kulturschaffenden in dieser Gesellschaft, während die niederen, armlosen eher die Aufgaben als Krieger, Wächter, Boten oder ähnliches einnehmen.
Auch ist es so, dass es eine große Fülle an Nagas mit den weiteren D&D-Veröffentlichungen gibt, bei denen man sich wieder mit vollen Händen bedienen kann. Die meistens hätte man allerdings auch wieder mit einem Baukastensystem gestalten können, wodurch die Flexibilität der Kreatur gewaltig erhöht worden wäre.
Interessante Naga-Modelle wären zum Beispiel eine Eisennaga, also eine golemartige Version der Kreatur oder eine geflügelte Variante.

Gaia: Auf Gaia gab es mal Nagas als Rasse, doch sie sind auch aus Gründe der Logik und Individualität entfernt worden. Das heißt aber nicht, dass es vielleicht eine Art Naga als Kirathu gibt.

Cimorra: Auf Cimorra gibt es Nagas in allerlei Formen und Versionen. Sie werden hier schwerpunktmäßig als Dämonen oder Götter verwendet, weswegen sie eher selten, dann aber auch schon mal mit einem größeren Gefolge von Sklaven und Dienern anzutreffen sind.


Neo-Otyugh
siehe Otyugh


Night Hag


Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich bei D&D schon immer irgendwie schwach fand. Die Night Hag ist im Grunde nichts anderes als eine Art Hexe, die aber keine "normale" Hexe im Sinne des Kräuterfräuleins oder doch vielleicht der satanischen Hure ist, sondern eher die Steigerungsform davon als dämonische Bewohnerin des Hades. 

Hexen bereiten eine magische Salbe zu
Was ich nun sagen wollte: Ich bin eigentlich ein Fan der Hexen-Klasse aus "DSA" und war echt schockiert, wie diese doch sehr coole Charakterklasse bei D&D behandelt wurde. Also, eigentlich wurde sie ja komplett als Klasse entfernt und sie traten eben nur noch als die Vettel, wie sie in der deutschen Fassung heißen, auf. Das finde ich echt schaden, denn die Hexe war doch ein vielschichtiger und interessanter Charakter mit einigen sehr coolen Zaubern und Besonderheiten. Ok, über die Druidenklasse konnte man etwas Ähnliches zusammenstricken, aber irgendwie war es doch nicht ganz das selbe. Und immer stand dieser Schatten der Vettel über dem Thema.
Bei den Vetteln muss ich immer an die Sumpfhexe aus "Legende" denken, die am ehersten dieses Bild dieser Kreatur in meinem Kopf erzeugt. Sie ist aber etwas ganz eigenes und erfüllt für mich nicht die Rolle einer Hexe. Eher einer weiblichen Dämonin, abseits vom Succubus-Stereotyp.

Das Sumpfvettel aus "Legende"
Gaia: Hexen gibt es auf Gaia in allen erdenklichen Formen, aber eben nicht als diese dämonischen Kreaturen, wie die Night Hags, sondern als eine Art Charakterklasse oder Klassenkombination mit allem, was dazugehört. Also mit Zauberei und Vertrauten. Die Night Hags könnte es als eine Art Geisterwesen geben, aber nicht als richtiger Hexenersatz.

Cimorra: Auch auf Cimorra gibt es Hexen als Klasse, wobei diese aber sehr weit gefasst ist und eher als "Magierin", "Heilerin" oder "Beschwörerin". Im Prinzip wird jede weibliche Magierin, die keine Priesterin ist, als "Hexe" bezeichnet, wie man es auch z.B. aus den Conan-Comics kennt.
Night Hags und alle ihre Verwandten kann es aber auch auf Cimorra geben. Hier aber wieder eher als Monster oder Dämonen.


Nightmares

Seltsamerweise habe ich kein passendes Bild gefunden! 
Schade...

...aber auch Nebensächlich, denn das D&D-Prinzip der Nachtmahren will ich gleich mal zerlegen. Im D&D-Sinn ist eine Nachtmahre eine Art Höllenross: Schwarz, brennende Hufe, flammende Augen und solche Dinge. Die klassische Nachtmahre hingegen ist eher ein kleiner Dämon, der auf der Brust eines Schlafenden sitzt und ihm die Luft zum Atmen raubt, was ihn nur schwer schlafen lies. Daraus entstand der Begriff des Albdrucks, aus dem sich das Wort "Albtraum" ableitet. 
Was nun interessant ist: Die D&D-Version hat mal wieder nichts mit der historischen Version zu tun. Anstatt einfach eine Art Höllenross einzuführen, wie man sie auch aus diversen Geschichten und Erzählungen kennt (so soll der Kopflose Reiter auf einem solchen Dämonenpferd reiten), wurden hier zwei Aspekte verquirllt. Dabei bietet die Idee des Nachtmahrs viel mehr als einfach nur ein geisterhaftes Höllenross. 

Der Kopflose Reiter auf seinem Höllenross.

So kannte man die Nachtmahr eben als eine Art Erscheinung betrachten, welche als eine Art Poltergeist Schlafende terrorisiert. Oder es ist eben einer Art Dämon, welche den Schlafenden belästigt. Vielleicht geht es sogar in die Richtung Sukkubus oder Inkubus, also ein Dämon, welcher sein Opfer verführt und auf andere Art und Weise um den Schlaf bringt. 

Frau mit Inkubus
Gaia: Hier habe ich sogar einmal Nachtmahren oder besser Mahren eingeführt. Sie verfolgen zwar im Groben das Prinzip des Geister- oder Höllenrosses, doch wendete ich diese Schablone des Geister- oder Dämonentieres auf allerlei andere Tiere an. Wer es nachlesen möchte, kann es gerne hier tun: Mahren

Cimorra: Definitiv gibt es auf Cimorra keine Geisterrösser. Es gibt ja wahrscheinlich nicht mal Rösser. Und Nachtmahren in Form von Geistern und Dämonen werden auf jeden Fall durch entsprechende Exemplare abgedeckt.


Nixies


Wenn ich an Nixies, also an Wassermänner in der deutschen Version denke, erinnere ich mich automatisch an eine alte Sage aus meiner Heimatstadt, bei ein Wassermann, ein Nökk, an einer alten Brücke junge Burschen auflauern soll, diese dann mit süßer Stimme anlockt und schließlich packt und im Wasser ersäuft. Hier wurde der Nökk als eine Mischung aus Mensch, Fisch und Krabbe dargestellt bzw. beschrieben.
"Wassermänner" ist ein sehr irreführender Begriff, denn man stellt sich dabei automatisch so etwas wie eine Art männliche Meerjungfrau vor...und, sind wir doch mal ehrlich, das ist doch schon ziemlich schwul. Auch "Nixies", wie sie im Englischen genannt werden, macht die Sache irgendwie auch nicht besser. Wenn man es direkt übersetzt, kommt man natürlich auf die "Nixen", also Meerjungfrauen. Und hier kann man sich natürlich austoben. Ich sage dazu nur mal "Ariel, die kleine Meerjungfrau" oder die vollkommen überflüssige Meerjungfrau bei "Fluch der Karibik 4". Hier sieht man schon, wie man diese Wesen definieren kann: Entweder als eher lieblich-freundliche Unterwasserbewohner oder als dämonische Verführerinnen, die mit süßem Sirenengesang ihre Beute anlocken. Ich mag die zweite Art diesbezüglich lieber:

Conceptart aus "Fluch der Karibik 4"
Ich persönlich glaube eher, dass man diese Wesen als wandlungsfähige Meeresdämonen oder -geister am besten laufen würden. Vielleicht ist es meine Vorliebe für den Cthulhumythos, dass ich allem, was aus dem Wasser kommt, gerne in diese Richtung drücke und ihm etwas Unheimliches und Bösartiges andichte. Daher mag diese Vorstellung von unheimlichem Wesen aus der Tiefe, die vielleicht wie Seetang in der Finsternis der Meeres schweben und man sie eigentlich gar nicht wirklich erfassen kann. Sind es Menschen? Fische? Krabben? Oder vielleicht doch etwas Pflanzliches? Oder alles auf einmal? Und bis man es geschafft hat diese Fragen für sich zu beantworten, ist man wahrscheinlich von der Kreatur schon gefressen worden.
Natürlich könnte...NEIN! sollte die optische Lockmethode auch mit dem verführerischen Gesang von Sirenen verbunden werden. Somit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, in dem man die Meerjungfrau mit der Sirene kombiniert und ihr noch dazu ein teuflisch-verruchtes Aussehen gibt, wenn sie eine entsprechende Form angenommen haben.


Gaia: Auf Gaia gab es mal die Kinder der Tiefe und mit ihnen auch die Sängerinnen der Tiefe. Doch diese Wesen passten einfach nicht wirklich ins letztendliche Konzept der Welt und so mussten sie leider gehen, aber...

Cimorra:...effektiv wurden sie nach Cimorra übertragen. Wobei ich mich eher hier den Tiefen Wesen und Konsorten bediene. Aber je mehr ich über die gestaltenwanderlischen, dämonischen Sukkubi der Tiefe nachdenken, glaube ich, dass Cimorra durch aus einige Meerjungfrauen gebrauchen könnte.


 Nymph

 
Nymphen sind Naturgeister, die an einen Ort, wie einem Baum, einem Wasserfall oder einer Grotte gebunden sind. Wenn man mal weiter forscht, stößt man auf folgende Liste:
Wassernymphen:
  • Najaden, Nymphen der Quellen, Brunnen und Frischwasserströme
  • Pegaeae (lateinischer Name) (Bäche)
  • Potameiden (Flüsse)
  • Krenäen (Quellen)
  • Limnaden (Seen)
Meernymphen:
  • Nereiden, Töchter des Nereus, Nymphen des Mittelmeers
  • Okeaniden, Töchter des Okeanos
Wald- und Baumnymphen:
  • Dryaden
  • Hamadryaden
  • Meliaden
Berg-, Grotten- und Höhlennymphen:
  • Oreaden
Wiesennymphen:
  • Leimoniaden
Talnymphen:
  • Napaien
Regennymphen:
  • Hyaden
Siebengestirn:
  • Plejaden
und weitere.
Hier findet man einige bekannte (Dryaden, Hamadryaden, Nereiden) und auch einige Überraschungen, wie zum Beispiel die Plejaden:
 
Die Plejaden
Nymphen stehen in den meisten Fällen für das Leben, für Fruchtbarkeit und für die Natur. Sie werden als mindere Götter angebetet - ein Aspekt, den man sehr gut in eine Rollenspielwelt einbauen kann, um gewisse Riten und Sitten einzubasteln - und sie paaren sich mit Sterblichen. Sie stehen in Verbindung mit ihrer Fruchtbarkeit auch für eine freie Sexualität. Kein Wunder, dass man immer wieder Bilder sieht, wie Nymphen sich mit Satyren vergnügen - und umgekehrt:


Wie kann man also nun mit Nymphen umgehen?
Ich bevorzuge wirklich die Variante, dass sie ortgebundene Naturgeister mit einem neckisch-aufregenden Charakter sind, die aber wiederum mit Argusaugen über ihren Ort wachen. Freundlichen Besuchern gegenüber verhalten sie sich eher scheu, doch finden sie an dem Besucher Interesse, dann kann es schon mal zum "Feindkontakt" kommen.
 
 
Doch vergreift sich jemand an der Heimat der Nymphe, so verteidigt sie diese - und dies kann schon mal sehr übel für den Angreifer enden. Ich denke da speziell an die "Dunkle Königinnen"-Version von Galadriel. Nur anstatt einfach etwas düster drein zu blicken, denke ich da eher an ein mehr Banshee-artiges Verhalten. Sprich: Der Angreifer wird regelrecht zu Tode erschreckt oder mit anderen Methoden, wie lautes, markerschüttertes Kreischen, Sturmwind oder auch Krallen und Bisse vertrieben. Kein Wunder also, dass man ihnen Opfergaben in kleinen Schreinen darbringt, damit sie ruhig und friedlich bleiben.

Banshee-Galadriel
Gaia: Pfff... Schwer. Ich weiß, dass es auf Gaia sowas wie Dryaden und Feen gibt - oder auch gab. Ich bin mir grad nicht mehr so sicher. Ich könnte sie mir aber sehr gut als eine Art Kirathu vorstellen, denn nicht alle Wesen der Geisterebene sind automatisch böse und mit den Fähigkeiten, mit denen ich eine Nymphe ausstatten würde, würden sie gut als Naturgeister funktionieren.

Cimorra: Auch schwer. Möglicherweise könnte ich mir Nymphen, wenn man sie verstärkt als mindere Naturgötter ansieht, auf Cimorra vorstellen. Also auch mit kleinen Schreinen am Wegesrand, welche die Grenze zu ihrem Gebiet markieren. Dies ist allerdings wirklich eine Frage, die ich mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen möchte.

Dienstag, 8. Januar 2013

[Inspiration] Unerklärliche Phänomene: Stätte des Grauens


Mal wieder eine kleine Dokumentation von Youtube.
Eigentlich ist es zu einem gewissen Teil nur einer dieser "inspirativen Bullshit"-Dokus, die auf der einen Seite interessante Dinge präsentieren, die auch durchaus inspirativ sind, auf der anderen Seite aber diese mit allerlei geistig verquirlten Bullshit versuchen zu erklären. Ich hab mich auf jeden Fall köstlich amüsiert und einige Notizzettel vollgeschrieben.
Wie man es auch immer betrachtet, besonders Cthulhu-Spielleiter könnten sich hier vielleicht mal wieder die eine oder andere Inspiration holen.

EDIT - Ein paar Links zum Nachlesen:
Wikipedia: Aokigahara (de)
Wikipedia: Unglück am Djatlow-Pass (de)
Castle of Spirits: Strange Tales of Black Mountain (engl.)
Fortean Times: Valley of Death (engl.)
 

[Rollenspiel] MM&P: D&D Monster Manual 1st Ed.

Und da sind wir wieder! Nach den Feiertagen geht es wieder weiter mit den philosophischen Überlegungen zur Anwendung und Neuinterpretation von Kreaturen aus den Monster Manual! Und weiter geht es mit:
 
-M-
-Teil 2-


Mimic



Mimics sind, ähnlich wie Doppelgänger, eine sehr nette Methode, um Spieler und Abenteuerparties zu Verwirren oder effektiv in den Wahnsinn zu treiben. Sicherlich kann man diese Wesen auch einfach nur als "Die Überraschung aus dem Hinterhalt" betrachten, aber man könnte das Spielchen mit dem Schein und Sein bis zum "Geht-nicht-mehr" ausarten lassen. So könnte man zum Beispiel einen Dungeon komplett mit Doppelgängern und Mimics ausstatten, die ständig ihre Form ändern.
Auch bieten sich Mimics sehr gut als gestaltenwandlerische Dämonen an. Gerade in Horrorsettings kann man mit ihnen ein perfides Spielchen voller Terror erzeugen. Ich denke da zum Beispiel an eine Art menschenfressendes "Chamäleon", welches im Verborgenen seiner Beute auflauert. Vielleicht könnte man diese Wesen auch gerade mit soviel Intelligenz ausstatten, dass sie sich auch als Menschen tarnen könnten. Hierbei verweise ich auch wieder auf die Lösungen, welche beim Doppelgänger angesetzt wurden. Besonders die Möglichkeit, den Mimic aus Schoggottengewebe herzustellen, ist einfach zu verführerisch.
 
Transformers - Auch ein Mimic?
Ich will jetzt aber noch mal die ganze Angelegenheit in eine vollkommen andere Richtung lenken: Was ist ein Mimic? Im Prinzip ist es doch nichts anderes als eine Art Transformer, oder? Immerhin ahmen sie Maschinen, genauergesagt Fahrzeuge, nach, um nicht enttarnt zu werden. Warum also nicht mal eine maschinelle Variante des Themas verwenden und zum Beispiel einen Golem erschaffen, der gestaltenwandlerische Fähigkeiten hat. Diese könnten nun als ruhende Wächter einfach so herumstehen, bis sie durch eine Trigger aktiviert werden. Ich stelle es mir irgendwie gerade sehr cool vor, wie eine Truhe oder ein Stuhl sich plötzlich in einen Kampfroboter verwandelt.

Gaia: Ähnlich wie bei den Doppelgängern kann ich mir denken, dass die Mimics entweder eine Art Kirathu sind oder ein künstlich geschaffenes Wesen der Alchemisten von Zhaiara. Zu Gaia würde natürlich sehr gut die Maschinenversion passen. Immerhin sind viele der zivilisierten Völker Gaias sehr golem-freundlich und da würden solche Wächtermaschinen sehr gut ins Bild passen.

Cimorra: Auf Cimorra würde sowohl die dämonische, die tierische, die magische oder auch die mechanische Variante funktionieren. Hier müsste man aber wieder verstärkt auf das Thema "Monster" verweisen und sie Sache auf jeden Fall eher selten, aber heftig in Angriff nehmen.


Mind Flayer

Ich liebe einfach dieses Bild! :D
Die Gedankenschinder sind DER cthuloide Horror schlechthin in D&D. Von dem Aussehen mal abgesehen, birgt gerade der Aspekt, dass die Illithiden die Gehirne ihrer Beute verschlingen, einen extrem schaurigen Effekt. Auch die Überlegung, dass es ganze Zivilisationen dieser Wesen in der Unterwelt geben soll, macht die Sache - zumindest für Abenteurer, welche sich auf der Suche nach Gold und Ruhm in die lichtlosen Tiefen hinabwagen - nicht besser. 
Was ich aber ein wenige seltsam finde sind zwei Tatsachen: 
  1. Laut den Regeln greifen die Mind Flayer nur mit Psikräften oder mit ihren Tentakeln an, was mich etwas stutzig gemacht hat. Warum nutzen sie denn zusätzlich keine Waffen? Und haben sie ihre klauenartigen Fingernägel nur als Dekoration? Wenn dem so ist, warum hat man ihnen menschliche Körper gegeben und nicht etwas bizarrere Formen wie man sie z.B. von den Enslavern von Warhammer 40k kennt?'

    Enslaver
  2. Die Illithiden ernähren sich von Gehirnen. Ist ja schön und gut, aber ist dies eigentlich keine sehr exklusive Nahrung? Wie viel Gehirn benötigt ein Mind Flayer pro Tag? Schon alleine, wenn sie ein Gehirn pro Tag verschlingen müssten, bräuchte man eine größere Menge an intelligenter Beute, um diesen Bedarf zu decken. Wäre es da nicht schlauer, wenn sie sich von geistiger Energie ernähren würden und sozusagen langsam das Bewusstsein und den Verstand eines Wesen aussaugen? Ich denke da an ein vampirsches Verhalten, bei dem der Gedankenschinder seine Tentakel um den Kopf seiner Beute legt und die bioelektrischen Energie des Gehirn langsam in sich aufnimmt. Die Beute würde früher oder später einfach wahnsinnig und/oder stumpfsinnig werden und wahrscheinlich irgendwann nur noch als eine leere, hirntote Hülle existieren. Dies könnte natürlich zu einer neuen Art von Monster führen: Gehirntote. Zombieartige Menschen, die nur noch auf ihre primitivsten Triebe reduziert wurden.
Yay! Braindead!
Gaia: Auf Gaia wird es wahrscheinlich keine Gedankenschinder geben, denn irgendwie passen sie nicht so direkt in das Schema der Welt hinein. Leider, leider. Aber man muss halt schon für eine gewisse Konsistenz Abstriche machen.

Cimorra: Dank des cthulhoiden Einschlags passen die Mind Flayer schon ganz gut nach Cimorra. Aber auch hier würde ich sie nur sehr sparsam einsetzen. Ganze Städte - auch wenn sie nur unterirdisch sind - würden das Feeling der Welt vielleicht aus den Fugen werfen. Aber dazu ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

The Black Galaxy: Für TBG wären die Gedankenschinder regelrecht prädestiniert. So könnte ich mir ganze Flotten von Illithiden-Beuteschiffen vorstellen, welche über Welten herfallen und ihre Bewohner als Nahrung abernten. Eine wahrlich schaurige Vision, oder nicht?


Minotaur



Der Minotaurus ist eine der klassischen Kreaturen der Fantasy und auch des Rollenspiels und ich glaube, es gibt fast kaum ein Fantasy-RPG, das keine Minotauren im Programm hat. Manche haben sie sogar in ihrem Titel stehen.
Minotauren sind sehr vielfältig. Zum einen kann man sie sehr gut als Ork- oder auch Oger-Ersatzstoff für antike Settings einsetzen. Zum anderen können sie auch wunderbar als eine Spielerrasse eingesetzt werden. Besonders einen Minotauren-Barbar oder -Berserker könnte ich mir da sehr gut vorstellen. Wie sowas in Aktion aussehen könnte, kann man ja zum Beispiel bei den Narnia-Verfilmungen sehen.
Zerlegt man den Minotaurus in seine Aspekte, so steht diese Kreatur meistens für animalische Wut, Stärke, Raserei, aber auch Degeneration und Hässlichkeit.
Nun könnte man auch damit beginnen den Minotaurus neu zu interpretieren. Es könnte sich zum Beispiel unter der Maske des Stiers auch ein menschlicher Krieger verstecken, so wie es im "Krieg der Götter" zu sehen war:


Dieser könnte ein Degenerierter mit einem kindlichen, aber auch grausamen Verstand sein. Vielleicht ein Königssohn, der von seinem Vater verleugnet und mit der Maske auf dem Gesicht in ein Labyrinth gesperrt wurde.
Eine andere Version wäre zum Beispiel das "Master-Blaster"-Konzept von "Mad Max 3".

Master Blaster
Auf dem ersten Blick könnte man sogar meinen, dass es sich hierbei um einen Minotaurus handelt, so wie Master auf den Schultern von Blaster herumwedelt.
Auch könnte man dem Minotaurus alle Menschlichkeit entziehen und ihn in eine mutierte oder magisch verkümmerte, rasende Kreatur verwandeln. Ein mutierter Megastier, eine Art Dunkles Junge von Shub-Niggurath, vielleicht auch eine Schoggottenkreatur. Oder vielleicht ist der Stier mit einem Elementar gekreuzt worden, wie man es zum Beispiel von "Das letzte Einhorn" kennt:


Oder die vollkommen andersartige Variante, die sich jetzt nur auf den Aspekt der "Kreatur im Labyrinth" bezieht: Wer sagt denn, dass der Minotaurus auch wirklich ein Minotaurus sein muss? Wer sagt, dass die Kreatur im Labyrinth wirklich ein Stier-Mensch-Hybrid ist und nicht etwas eine vollkommen andere Monstrosität, die überhaupt keinen Bezug dazu hat. Schließlich hat bis dato niemand lebend aus dem Labyrinth heraus gekommen sein und somit kann auch niemand davon berichten, was sich wirklich in dem Labyrinth befindet. Hier sind wir wieder bei dem Thema des Namenlosen Feindes und des Horrors im Rollenspiel - Themen, auf die ich immer wieder gerne verweise.

Gaia: Einst gab es Minotauren als Volk auf Gaia. Doch sie wurden auf Grund der Individualisierung entfernt. Eigentlich schade. Irgendwie hab ich sie schon gern gehabt, aber im Vergleich zu ähnlichen Völkern, wie z.B. die Trolle oder Olog-Thân, welche ähnliche Aspekte abdecken, fielen sie halt stark ab.

Cimorra: Soweit ich es weiß, gibt es Minotauren nicht als Volk auf Cimorra. Stattdessen wird eher der Aspekt des Monsters bedient werden und vielleicht werden aber auch einige der oben vorgestellten Alternativmodelle verwendet.


Mold

Hier handelt es sich um Schimmelpilze mit unterschiedlichen Wirkungen. Sie können Erfrierungen bei Berührung erzeugen oder verteilen giftige Sporen. Dies sind bestimmt nur einige Möglichkeiten, wie man Schimmel einsetzen kann. Ähnlich wie bei anderen Überwucherungen in der Unterwelt, kann man mit ihnen unter anderem sehr nette Fallen konstruieren, die in der Berührung mit dem Schimmel und den dadurch resultierenden Krankheiten oder Tod enden. Auch könnte man Schimmelpilze mit anderen Gegnern kombinieren und somit zum Beispiel Baumhirten, Mumien oder Otyughs mit Schimmel überziehen und somit jeden Treffer gegen die Kreatur etwas gefährlicher machen.

Das es Schimmel eigentlich überall gibt und ich daher keine Ausführungen zu den einzelnen Welten machen muss, dürft verständlich sein.


Morkoth


Der Morkoth ist eine Kreatur, die ich leider noch nie so recht erfassen konnte. Ich glaube nicht mal, dass es an den etwas kruden Regeln liegt - der Morkoth hypnotisiert sein Opfer, bevor er es verschlingt, doch erlischt die Wirkung der Hypnose, wenn das Opfer sich 6" vor ihm befindet - sondern eher daran, dass ich mit dem Artwork nicht viel anfangen konnte. Einer der wenigen Stellen im alten Monsterkompendium, bei dem die Illustrationen nicht ihren Zweck erfüllt haben. Doch wenn man das Artwork mal zerlegt, fallen mir zwei Wesenheiten ein, mit denen der Morkoth Ähnlichkeiten hat:
  1. Seemönche

    Ein Seemönch
    Es gibt nur wenig Material zu den Seemönchen. Scheinbar handelt es sich um Sichtungen von Seehunden oder anderen Meerestieren, welche, ähnlich wie bei dem Meerjungfrauenmythos, mit fischschwänzigen Mönchen verwechselt wurden. Besonders der Geigenrochen wurde auf Grund seiner seltsamen Unterseite gerne als Seemönch angesehen:


    Rein optisch könnte man sie auf jeden Fall mit den Morkoth verbinden.
  2. Ältere Wesen

    Ältere Wesen
    Eigentlich muss ich hierzu kaum noch ein Wort verlieren. Hier ist nur mal ein kurzer Abschnitt aus Wikipedia:

    Die Älteren Wesen weisen sowohl pflanzliche als auch tierische Merkmale auf und sind amphibisch veranlagt. Sie haben eine zylindrische Form, die sich an beiden Enden verjüngt. Die Basis wird von einem fünfarmigen, seesternförmigen Fuß gebildet, während sich am oberen Ende mehrere lange Tentakel und Fühler befinden, die sowohl Sinnesorgane als auch Fressorgane sind. Zudem besitzen die Älteren Wesen in der Mitte ihres Körpers 5 Tentakel und einziehbare, membranartige Flügel, mit deren Hilfe sie auch durch den interstellaren Raum reisen konnten.
    - wikipedia.de

    Also, ich fände es sehr legitim, die Morkoth durch die Älteren Wesen auszutauschen. 
Gaia: Auf Gaia gibt es keine Morkoth. Sie passen einfach nicht ins Schema der Welt hinein.

Cimorra: Auf Cimorra würde ich eher die Älteren Wesen statt den Morkoth einsetzen. Aber ob nun das eine oder das andere und was genau sich in der Situation dahinter verbirgt, ist eigentlich noch vollkommen offen.


Mummy

Mumien sind auch sehr klassische Monster, die eine große Spannbreite an Möglichkeiten bieten. Sie können in der "comichaften" Version der einbandagierten Leiche (siehe oben) auftreten, wirklich fiese, untote Magier ala Imhotep von "Die Mumie 1+2" sein oder aber auch als wirklich abscheuliche Moorleiche, welche einem zornigen Rachegeist gleichkommen würde, oder auch in Form der Andenmumien.


Es gibt desweiteren ja auch noch Tiermumien und das stößt die Überlegung abermals an, ob man nicht aus den Mumien eher eine Art Variation basteln sollte statt einem eigenständigen Monstereintrag. Denn man könnte neben menschlichen oder tierischen Mumien auch Mumien anderer Rassen oder Monster anfertigen. Auch die Art und Weise der Mumifzierung kann recht unterschiedlich ausfallen und von dem klassischen Einbandagieren über entsprechende Luftverhältnisse (siehe zum Beispiel die Mumien von Palermo) bis hin zu kruderen Methoden wie zum Beispiel dem Einbalsamieren mit Honig und Harzen reichen.

Der Korridor der Männer in der Kapuzinergruft von Palermo
Das ergibt vollkommen unterschiedlichen Stadien der Verwesung bzw. des Erhalts des Leichnams, was wiederum das Bild der Mumie und ihre Wirkung auf die Umgebung gravierend beeinflussen kann. So könnte eine Mumie, die sehr gut erhalten ist, sich ohne Probleme unter Menschen mischen. Betrachtet man die Mumie der Rosalina Lombardo zum Beispiel (siehe unten), könnte man wirklich denken, es handelt sich um ein schlafendes Kind. Eine solche Mumie würde auch in einer Menschenmenge kaum auffallen:

Die Mumie der Rosalina Lombardo
Dies kann, je nach Setting und Genre, bis in die tiefesten, seelischen Abgründe führen. Besonders dann, wenn noch ein sexueller Aspekt in die Sache mit hineinfließt.

Weitere Ideen für Mumien wäre auch die Kombination mit besonderen Fähigkeiten oder Aufgaben auszustatten. So könnten sich zum Beispiel Mönche selbstmumifzieren, um als ewige Wächter ihres Klosters mögliche Räuber vertreiben zu können.

Selbstmumifizierter Mönch
Diese grausame Methodik wurde vor allem von japanischen, buddistischen Mönche durchgeführt, um so das Nirvana zu erreichen und selbst zum Buddha zu werden. Siehe dazu Sokushinbutsu. 
Um zum Schluss noch dem makaberen einen würzige Note zu verleihen, möchte ich noch auf die "Anatomischen Maschinen" der Cappella Sansevero in Neapel verweisen:


Auch wenn das Aderngeflecht sich im Nachhinein als eine Fälschung herausgestellt hat, ist die Vorstellung, dass solche Untote in einer düsteren Gruft auf eine Heldengruppe stoßen könnten, eine sehr schaurige.  

Wie man sieht, sind Mumien eine sehr flexibel und mehr als nur bandagierte Untote, die eher komödiantische durch die Gegend stolpern. Durch die Vielfalt, wie es sie auf der Erde gibt, öffnen sich auch einige schaurig-morbide Möglichkeiten, wie man sie im Rollenspiel einsetzen kann.

Gaia: Es gibt Mumien auf Gaia. Zumindest jene, die tot und friedlich sind. Doch durch dein Einfluss der Kirathu und schwarzer Magie kann ich mir auch hier sehr gut eine volle Vielfalt der Untoten vorstellen.

Cimorra: Auf Cimorra ist es natürlich noch einfacher, Mumien in den unterschiedlichsten Varianten einzusetzen.
 

Montag, 7. Januar 2013

[GW-News] Warhammer 40k: Dark Angels

Gutes neues Jahr! - Erstmal so ganz offiziell! Die Feiertage sind rum und um wieder etwas Energie zu verbrauchen, poste ich mal wieder ein bisserl was. Zu Beginn des neuen Jahres gleich mal wieder ein echter Brocken: Die Games Workshop-News.

Bevor ich aber über die einzelnen Bausätze was sage, will ich erstmal zwei Sachen loswerden:
  1. Ich werde mich nicht mehr über die Preise aufregen. Das hat ohnehin keine Sinn mehr. Stattdessen will ich mich lieber auf die Bausätze an sich und ihre Moddingmöglichkeiten beschränken.
  2. Diese Trennung der Space Marine Orden in unterschiedliche Codizen finde ich etwas zwiespältig. Denn es sind immer noch Space Marines und man könnte es mit einfachen Erweiterungen zum Hauptcodex viel angenehmer und logischer aufziehen als ständig komplett neue Codizien aufzubauen. Zumindest fände ich es logischer. Aber lassen wir das. Meine Codex-Kaufzeiten sind ja vorbei.
Und nun zu den Details: 

Darktalon/Nephlim-Jäger des Ravenwing



Der Darktalon des Ravenwing unterstützt seine Verbündeten auf dem Boden. Er ist die vielleicht tödlichste Waffe im Arsenal des Ravenwing und spielt eine Schlüsselrolle bei der ewigen Jagd der Zweiten Kompanie.
Die Hauptaufgabe des Nephilim-Jägers besteht im Abfangen feindlicher Lufteinheiten und in der Herstellung von Luftüberlegenheit über dem Schlachtfeld, damit sich die Ordensbrüder auf Bodenziele konzentrieren können, ohne Luftangriffe fürchten zu müssen.

Man nehme: Einen Stormtalon, klebe noch ein paar Flügel daran und baue noch ein paar tabernakelartige Aufbauten drauf und fertig ist der neue Jäger. Hmm... Sehr einfache Lösung. Zu einfache Lösung. Zum einen finde ich diese Talon-Jäger überhaupt eher unpassend zu meiner Vorstellung des 40. Jahrtausends - und dies machen ein paar gotisch Details auch nicht besser. Zum anderen finde ich diese ständigen Neuentwicklungen der imperialen Waffentechnologie sehr zwiespältig. Denn sonst hat man immer davon gehört, dass die Technologie recht festgefahren ist und Neuentwicklungen eher skeptisch betrachtet werden, aber die Space Marines bekommen ständig neue Spielzeuge in die Hand gedrückt. Ich finde dies irgendwie seltsam. Gut, auf der einen Seite könnte man sagen: "Es sind die Space Marines. Die Elite der Menschheit. Die dürfen das!" Aber dann frage ich mich, warum das Design immer cleaner und mehr SF-lastiger wird als es im Fluff zu 40k propagiert wird. Irgendwie will das nicht so recht passen. Und der Kontrast zwischen dem eher kühlen und gradlinigen SF-Design und dem Gotischen unterstreicht diese Aussage noch mehr. Und: Was bitteschön ist eine Risskanone, wie sie im Beschreibungstext auf der GW-Seite erwähnt wird? Hätte nicht einfach eine fette Sturmkanone, ein synchronisierter Laser oder, wie es scheinbar bei den neuen Dark Angels Sitte geworden ist, eine Plasmakanone besser gewesen? Stimmungsvoller? Logischer? Nö, scheinbar nicht. Scheinbar musste was neues rangekleistert werden. Hm. Naja. Wer's braucht.
Ich fühle mich irgendwie nicht so wohl mit dem Jäger, wüsste aber auch nicht so recht, wie man es besser machen könnte. Vielleicht wären ein paar eher gotisch anmutende Landungsschiffe, ein paar gepimpte Landspeeder, die Rückkehr der Jetbikes oder vielleicht auch fliegende/schwebende Cybots besser für Space Marines geeignet als irgendwelche Jagdmaschinen. 
Für Umbauten fällt mir hier eigentlich nix ein. Vielleicht könnte man was aus dem tabernakelartigen Kirchenteilen was machen. Aber der Rest...pff... Keine Ahnung.

Apropos gepimpte Landspeeder:

Landspeeder Vengeance/Darkshroud

Der Landspeeder Vengeance hat seinen Wert auf dem Schlachtfeld wieder und wieder unter Beweis gestellt, denn er kann mit den schnellsten Fahrzeugen des Ravenwing Schritt halten und gleichzeitig vernichtende Salven aus seiner tödlichen Plasmasturm-Batterie abgeben.
Von allen archaischen Relikten, die von der Legion der Sühne im Gefecht eingesetzt werden, ist der Darkshroud das vielleicht sonderbarste. Jene, die nahe an ihn herankamen, die dunkle Aura spürten, die ihn umgibt und es überlebten, um davon zu berichten, sind darob auf immer verstört.

Unter "gepimpte Landspeeder" habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Auf jeden Fall nicht so eine Wackelschüssel. Welcher halbwegs normale Geist baut eine Kanzel soweit vorne auf die Spitze des Fahrzeugs und verleiht ihm dadurch ein so instabiles Äußeres? Man hat das Gefühl, dass er einfach nach vorne überkippen würde. Auch die zusätzlichen Triebwerke und der Geschützturm des Vengence bzw. der "psychoaktive" (*kopfkratz*) Schrein des Darkshroud machen die Sache nicht besser oder stabiler. Irgendwie passt hier gar nichts zusammen. Schade irgendwie. 
Umbautechnisch hat das Ding auch nichts, was mich an Bitzen reizen würde oder was man daraus machen könnte.

Deathwing-Kommandotrupp/Terminatortrupp/Deathwing-Ritter




Der Großteil der Ersten Kompanie setzt sich aus Terminatortrupps zusammen, unermüdlichen Kriegern, welche die Reihen ihrer Gegner mit Sturmboltern hinwegfegen, während sie in Nahkampfreichweite vorrücken. Die hochrangigsten Mitglieder des Inneren Zirkels werden manchmal von einem Kommandotrupp der Ersten Kompanie begleitet. Eine solche handverlesene Formation der erfahrensten Deathwing-Terminatoren stellt eine hervorragende Einheit dar; sie sind ideal als Leibwache oder für besondere Missionen geeignet. Deathwing-Ritter dagegen bieten einen imposanten Anblick, denn in ihnen lebt das Abbild des Löwen selbst fort; auch sie verkörpern eine stille Stärke und eine verhüllte, jedoch fühlbare Würde.

Nach den beiden Fahrzeugflops endlich mal was Interessantes auf weiter Flur. Dieses neuer Terminatorenset hat einiges an sehr coolen Gimmicks und Spielereien, die man wunderbar für Umbauten verwenden kann. Von der Unterarmplasmakanone über die Energiehellebarde und dem Schwertträger hin zu den Räucherstreitkolben schwingenden Deathwingrittern mit ihren großen Energieschilden hat das Set einiges an Potential. Auch sehe ich einige schöne Ideen, die man durch die Kombination mit anderen Terminatorensets, allen voran den Grey Knights, erzeugen könnte. Dabei denke ich an sehr epische Inquisitoren im Stil von Lord Hector Rex (siehe unten) oder auch an einen mächtigen Skitarri, den man eine Gravitonkanone, die man aus der Plasmakanone gefertigt hat, ins Schlachtfeld tragen lässt. Die Möglichkeiten sind da sehr umfangenreich und sehr offen.

Daher sind diese neuen Terminatoren für mich ein Pflichtkauf, den ich bei der nächsten Gelegenheit erledigen werde.

Ravenwing-Kommandoschwadron
 

Jene, die im Ravenwing lange genug überleben, erreichen die nächste Stufe der mobilen Kriegsführung. Wenn sie die Sieben Riten des Raben bestehen können, werden sie in den Kreis der Schwarzen Ritter eingeführt, den Inneren Zirkel der Zweiten Kompanie. Kommandoschwadronen auf Bikes bestehen aus erfahrenen Schwarzen Rittern des Ravenwing, die sich als schnelle, mobile Leibwache um einen motorisierten Offizier formieren oder andere Spezialmissionen ausführen.

Hier bin ich sehr gespaltener Meinung. Zum einen bietet dieses Set eine Menge an interessanten Bitzen wie z.B. die Crovus-Hämmer, Schwerter oder auch eine sehr interessante Energiekeule, die mich irgendwie an aztekische Obsidianschwerter erinnert. Zum anderen war es das aber auch schon. Der Rest ist eher belanglos und - für meine Zwecke - unbrauchbar. Sicherlich würde ein Ravenwing-Anhänger oder auch ein Freund der White Scars mit dem Set seine Freude haben. Mit etwas Bastelarbeit könnte ich mit die Biker auch sehr gut als Mitglieder der Blood Ravens oder der Blood Angels vorstellen. Aber das war es auch schon.

Zu den Einzelminiaturen gibt es auch nicht viel zu sagen. Die eine Hälfte ist ja nur ein Finecast-Re-Release, eine Neugestaltung einer alten Mini und nur eine Neue. Aber keine von ihnen reißt mich jetzt von den Socken.

Fazit
Wie in den letzten Monaten auch: Ein Bausatz, der wirklich interessant ist und der Rest ist eigentlich für die Katz. Naja, mich stört es nicht. Ist dann immer ein billiger Monat für mich und ich kann mich mehr auf Bitze anderer Hersteller oder auf Ebay-Einkäufe konzentrieren. 
Aber wenn GW so weiter macht und einfach unpassende und uninteressante Modelle auf den Markt bringt, könnten sie früher oder später Probleme bekommen. Mir ist ja klar, welches Zielpublikum (Kids, welche ihren Eltern das Geld aus den Taschen ziehen und von dem alten, wahrlich coolen Hintergrund von Warhammer 40k keine große Ahnung mehr haben) GW hat und das dieses auch auf die neuen Bausätze anspringen wird, doch irgendwann passt die Kosten-Leistungs-Rechnung überhaupt nicht mehr - sie ist liegt ja jetzt schon seit langem im Argen - und dann könnte es doch einiges an Kundschaft gehen, die bei anderen Systemen bessere Miniaturen zu einem besseren oder faireren Preis erhalten. Aber ich wollte ja nicht über das Geld, sondern lieber über das Design reden. Und dieses ist hier auch nicht so besonders. Es fehlt die Düsternis, das Verkommene und die Abgedrehtheit von 40k. Es fehlt der blancheske Wahnsinn dahinter. Gut, dass es =I=-Munda-Fans gibt, welche versuchen, diese Seite von 40k wieder zu erlangen.

Was ich mir eher für die Dark Angels gewünscht hätte:
- Einen Landraider mit kathedralenartigen Aufbau und synchronisierten Plasmakanonen.
- Einen Cybot mit einem mehr gotischen Gehäuse und einem eher ritterlichen Aussehen. Könnte der Sarcophagus eines gefallenen Helden der Dark Angels sein.
- Ein Schrein, der von 4 oder 8 Servitoren aufs Schlachtfeld getragen wird. Vielleicht mit einem Ordenspriester, der noch drauf steht und eine flammende Rede hält. Also eine Art "Chaosschrein" für Space Marines.