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Dienstag, 18. Oktober 2016

[Weltenbau] Brainstorming und Sortierung durch "Begegnungstabellen"

Rollenspieler, besonders die Spielleiterung, kennen Zufallstabellen. In diesem Fall eher die "Encountertables", also Tabellen für Zufallsbegegnungen. Diese können z.B. wie folgt aussehen:


Diese Tabellen geben an, welche Begegnungen man in diesem Landstrich oder Landschaftstyp erleben kann. Sie existieren oft für viele verschiedene Landschaftstypen, wie Pole, Meer, Wüsten, Wälder, Städte oder Unter der Erde und sind mit allerlei Kreaturen oder Nichtspielercharaktern gefüllt. 

Bei der Sichtung einer solchen Tabelle kam mir die Idee, dass man solche Listen ganz gut als Brainstormingmethode fürs Basteln der Flora und Fauna verschiedener Landstriche verwenden kann, um diese mit Leben zu füllen. Die Idee dahinter ist eine leere Liste mit einem Motto, z.B. "Hügel" wie in dem oberen Beispiel zu verwenden und sich darunter dann verschiedene Kreaturen, vornehmlich Tiere, Pflanzen und alles andere, was wächst, kriecht und gedeiht, in diese Liste passend zum Motto zu notieren. Es geht darum, seine Vorstellung im Kopf ein wenig zu gliedern und durch das relativ formlose Notieren dieser Gedanken in Form eines Brainstormings auf neue Ideen für seine eigenen Flora und Fauna zu kommen. Das "perfekte" Ziel wäre es dann, wenn man für seine 20 verschiedenen Landschaftsformen je 20 unterschiedliche Lebewesen notiert hätte. Dadurch hätte man immerhin schon 400 (!) unterschiedliche Kreaturen, die auf der Welt kreuchen und fleuchen.
  

Vorgehensweise und Regeln

Als erstes überlegt man sich, wie viele unterschiedliche Landschaftstypen seine Welt hat. Ignoriert dabei einfach die Würfelangaben, wie man sie aus Rollenspieltabellen kennt. Es geht nicht darum, zufällig eine Kreatur zu ermitteln, sondern die Landschaft mit Leben zu füllen. Für ein einfaches Beispiel legen wir folgende Landschaftsarten fest (Gebirge, Wald, Wüste und Meer) und bestimmen, dass auf in jedem Landschaftstypus vier unterschiedliche Lebensformen geben soll. Man sollte sich dabei an folgende Regeln zu halten:
  1. Keine Doppelnennungen!
    Sicherlich gibt es z.B. mehrere Drachenarten, aber wenn es diese in unterschiedlichen Landschaftsformen gibt, dann sollten sie auch unterschiedlich benannt werden. In dem Drachenbeispiel könnte dies der Wald- und der Wüstendrache sein. Daraus ergibt sich gleich auch Regeln Nummero 2:
  2. Suche Unterschiede!
    Wenn es eine Kreatur in unterschiedlichen Landschaftsformen gibt, hat sie nicht nur unterschiedliche Namen, sondern auch unterschiede im Aussehen. Ein Walddrache könnte z.B. eine grünliche Schuppenfarbe haben oder sicht vielleicht sogar wie ein Chamäleon tarnen können. Vielleicht hat er gar keine Flügel, weil diese bei der Fortbewegung im Unterholz nur störend wären. Auch wäre vielleicht die Eigenschaft des Feuerspeiens beim Walddrachen nicht ideal. Stattdessen könnte er aber wie eine Speikobra eine Gift verschießen. Der Wüstendrache hingegen könnte Flügel haben, weil er genug Platz zum Fliegen hätte. Außerdem helfen Flügel bei der Kühlung mit. Er könnte eine ledrige Haut mit einer sandartigen Oberflächenstruktur haben und kann sich vielleicht schnell im Sand eingraben, um so versteckt seiner Beute aufzulauern.
  3. Vermeide in Humanoide, Untote, Konstrukte & Co.!Für diese Tabellen sind Völker sowie magische Kreaturen, wie Untote, Golems oder ähnliches erst einmal fehl am Platz. Es geht hier vielmehr um die Flora und Fauna eines gewissen Gebietes und eben nicht um klassische Rollenspiel-Begegungstabellen. Es können aber natürlich entsprechend weitere Tabellen für diese Wesen erstellt werden. Allerdings könnte es z.B. in Landstrichen wie nuklearen Wüsten, vom Chaos zerrissene Ebenen oder nekromantische Leichenäcker auch entsprechende, andersartige Lebensformen geben.
  4. Setze dir ein erfüllbares Ziel!Egal, wie viele Landschaftsformen man besitzt, ersteinmal sollte man mit wenigen Einträgen anfangen. Vier Einträge pro Landschaftsform reichen da vollkommen aus und man kann ihre Zahl zu jeder Zeit noch weiter anheben.
    Manche Landschaftsformen bieten nur wenig Lebensraum. Man wird kaum 100 Kreauturen im ewigen Eis der Pole unterbringen. Schafft man hingegen zehn kann man schon sehr mit sich zu frieden sein. Aber zu Beginn reichen vielleicht drei oder vier Einträge und wer weiß, vielleicht entwickeln sich daraus dann auch weitere neue Ideen.
  5. Ignoriere anfangs alles Bekannte!Lasst alle Wesen, die bis dato gebastelt wurden, ersteinmal weg. Diese lenken nur ab oder man wird von ihnen vielleicht sogar unter Druck gesetzt, wenn man siehst, dass in einer Landschaftsform zu wenige Kreaturen angesiedelt wurden. Ersteinmal sollten die Landschaften mit ein paar neuen Wesen aufgefüllt werden. Danach kann man auch alte Wesen hinzusortieren.
  6. Ausbauen kann warten!Zuerst schreibt nan nur seine Ideen auf. Kurze Notizen wie "Wüstendrache: Große Flugechse, Sandfarben, kann sich im Sand vergraben." reichen oft aus. Wenn man natürlichen einen "Gimpeljauz" notiert, muss man schon etwas detailierter werden. Wichtig ist nur, dass man nicht zu lange bei einer Kreatur verbleibt, sondern flott weitermacht. Verbessern und ausbauen kann man später, aber...
  7. Warte nicht zu lange mit dem Ausbau!Notizen können wie Gummi am Schuh kleben. Was einst interessant klang, kann sich irgendwann in einen zähen, geschmacklosen Schleim verwandeln, den man nicht los wird, weil man ihn ja noch einmal gebrauchen könnte. Wenn man eine Notiz irgendwann durchliest und man wundert sich dann, was man sich dabei gedacht hat, dann ist sie definitiv zu lange herum gelegen. Daher: Erst brainstormen und dann langsam etwas ausbauen.
  8. In der Kürze liegt die Würze!Wird etwas ausbaust, dann sollte man nicht mit der Textmenge übertreiben. Keiner liest eine achtseitige Beschreibung über eine Blattlaus wirklich durch.
  9. Nutze Hilfsmittel!Sicherlich fällt einem nicht sofort zu jeder Landschaftsart etwas ein. Daher sollte man alles nutzen, was an Hilfsmitteln zur Inspiration zur Verfügung steht: Bilder, Comics, Filme, Rollenspiele, das Internet.
  10. Vorstellung ist das A & O!Man stellt sich am besten die Landschaft bildlich vor, die mit Leben gefüllt werden soll. Am besten schleißt man deine Augen und träumt zum Beispiel von schneeverhangenen Hochgebirgen mit ihren kargen Tälern und niedrigem, krautigen Pflanzenbewuchs. Was könnte in dieser Landschaft noch leben?

Kommen wir zurück zum Ablauf.
Hat man seine Landschaftsarten ermittelt und sich zu einer Zielmenge an Kreaturen durchgerungen, so kann man nun damit beginnen, die Tabelle aufzufüllen. Das kann dann wie folgt aussehen:
  1. Gebirge:
    1. Hochlandziege (kleine, leichte Ziegenart)
    2. Graubär (wie Dachs mit grauer Fellfarbe)
    3. Felsnatter (grau-braune Giftschlange)
    4. Feuersalamander (knallrote Echsenart. Lebt in Felsspalten. Berührung brennt wie Feuer (Ameisensäure))
       
  2. Wald:
    1. Grüner Walddrache (flügellos, chamäleonartig, speit Gift)
    2. Rindenkriecher (Raupen, die sich durch die Rinde der Bäume fressen)
    3. Astassel (Asselart, die auf Bäumen lebt. Handtellergroß.)
    4. Brummgimpel (kleiner Vogel, gibt brummende Geräusche von sich, wenn Gefahr droht)

  3. Wüste
    1. Wüstendrache (kann fliegen, sandfarben, versteckt sich in den Dünen)
    2. Scharrkäfer (schwarzer Käfer, lebt unter dem Sand)
    3. Kalok (große, schweineartige Kreatur. kann große Mengen Wasser in Hautblasen speichern)
    4. Dörrfisch (lebt in Flussoasen. In Trockenzeiten mumifiziert er regelrecht in einer Art Winterschlaf. Kommt er mit genug Wasser in Kontakt, wird er wieder lebendig.)
  4. Meer
    1. Schwarzhai (großer, nachtschwarzer Haifisch)
    2. Laternenqualle (Quallen, die nachts an der Wasseroberfläche schwimmen und im Dunkeln leuchten)
    3. Tiefseenonne (schwarzer Tintenfisch, dessen Tentakel mit Hautlappen verbunden sind. Sieht beim Schwimmen wie eine Ordenschwester aus.)
    4. Plankwurm (kleiner Krillwurm, der an der Wasseroberfläche lebt und sich an Schiffsplanken festsetzt. Bei einem starken Befallen lösen sich die Holzplanken auf).
Diese Liste entstand innerhalb weniger Minuten aus dem Nichts.
Auf einer solchen Basis kann man nun weiter aufbauen, wobei Fragen da besonders gut helfen: 
Was frisst ein Schwarzhai? Oder hat er einen Fressfeind? Wer hat der Tiefseenonne ihren Namen gegeben? Von was lebt der Scharrkäfer? Gibt es Tiere, die mit dem Kalok in einer Symbiose leben, um seine Haut zu pflegen? Wie groß ist eigentlich ein Walddrache? Hat er Fressfeinde? Was frisst ein Graubär? Ist er Fleisch- oder Planzenfresser? Oder beides? Und wenn er Pflanzen frisst, was für welche? Wogegen wehrt sich eine Felsnatter oder der Feuersalamander?

Natürlich kann man auch hier dann Übergänge zwischen den einzelnen Landschaftsarten herstellen und auch überlegen, wie die unterschiedlichen Lebewesen untereinander agieren.
Ebenso kann man auch weitere Tabellen für Völker oder Personen herstellen, die in diesen Gebieten anzutreffen sind, usw. Andere Sortierungsmöglichkeiten wären auch z.B. nach Ländern (Flora und Fauna von Sarghai-Tan, F&F von Voorm-Thak, usw.) oder Landstrichen (F&F der Elfenbeinküste, F&F des Plateaus von Leng, usw.), wobei ich persönlich erst einmal zu allgemeineren Listen des oberen Beispiels tendiere und deren Ergebnisse dann passend zum Land oder dem Landstrich abmischen würde.

Mit der Tabellenmethode kann man recht übersichtlich daran arbeiten, seine Welt mit Leben zu füllen. Natürlich ist es nicht DIE absolute Methode, doch kann sie dabei helfen, strukturiert an der Flora und Fauna der Welt zu arbeiten.

Freitag, 30. Januar 2015

[Setting] Leviathan

Ja, ich bin es schon wieder und mir ist, mal wieder, eine Idee durch den Kopf geschossen. 
Ob es mehr wird, oder nur wieder ein Gehirnfurz, wird sich zeigen.
Den Beginn mache ich einfach mal mit einer kleinen Geschichte, die auch die Einleitung zu einer größeren Geschichte werden könnte. Zur Welt an sich möchte ich noch nicht viel sagen, denn der Sense-of-Wonder entsteht dadurch, die Welt aus der Sicht der Personen in ihre zu sehen. Entsprechend lasse ich jetzt einfach jeder Erklärung offen.

Ja, es ist eine Wall-of-Text, aber ich glaube, es ist und war auch nötig, um ein Gefühl für die Welt zu bekommen. Deswegen sage ich jetzt auch erstmal nicht mehr und überlasse es euch, den geneigten Lesern, sich eine Meinung zu bilden.






Kael erwachte wie jeden Morgen als das flackernde Licht die Rote Grotte erhellte und alles mit einem kalten, bläulichen Schimmer überzog. Es war recht kühl und aus den rostigen Schächten quoll dichter, schwerer Dampf, der sich über die moos- und flechtenüberzogenen Hügel der Grotte legte. Mit dem Entflammen des Lichtes begannen auch die Rathogs in ihren Gehegen zu quieken und zu grunzen.
Der Junge dehnte und streckte sich, nahm einen Schluck Kondenswasser aus seinem Blechbecher und zog sich seinen Mantel über, um sich vor dem klammen und kühlen Klima der Grotte zu schützen. Nach einem einfachen Frühstück, bestehend aus getrockneten Pilzen und Flechten, welche hier und in der näheren Umgebung wuchsen und von den Grottenbewohnern gezüchtet wurden, stieg Kael aus seiner kobelartigen Wohnnische und kletterte an einer Strickleiter hinab zu den Rathogspferchen. Die Tiere begrüßten ihn schon schwanzwedelnd und grunzend, denn nun folgte ihre Fütterung. Auch sie bekamen Pilze und Flechten. Selten auch mal anderes Grünzeug, Knollen oder Essensreste. Aber dies gab es nur, wenn man auf dem Markt jenseits der Faultunnel etwas eintauschen konnte. Kael war fasziniert von dem Markt, denn dort gab es eine Vielzahl von Dingen, die er zuvor in seinem Leben noch nie gesehen hatte: Komische Gerätschaften, seltsame Speisen, Tiere und Pflanzen und andere Dinge. Heute sollte wieder so ein Tag sein, denn er wollte eines der Rathogs eintauschen. So packte er nach dem Füttern der Tiere seine Umhängetasche sowie seine Brille, mit der er im Dunkeln besser sehen konnte und noch ein Messer zur Sicherheit ein. Auch wenn die Faultunnel zwar bewacht waren, so waren sie trotz allem ein gefährlicher, düsterer Ort, wo hinter jeder Ecke Wegelagerer oder schlimmerers Lauern konnten.

So langsam erwachten auch die anderen Bewohner der Roten Grotte. Die Pilz- und Flechtenzüchter krochen in die rostigen Tunnel und Schächte um in dem freucht-warmen Klima die Frucht ihrer Arbeit einzusammeln. Die Käferklauber folgten ihnen auf dem Fuße, denn in der verschlungenen Rohrsystemen gab es auch so manchen schmackhaften Käfer oder andere Kriech- und Krabbeltiere. Die Schrotter begannen wieder damit, die morschen Tiefen der Roten Grotte nach neuer Metallausbeute zu durchsuchen. Ein sehr gefährlicher Beruf, denn nur zu leicht macht man einen falschen Tritt und schon verschwindet man in der schwarzen Finsternis.

Auf diese Weise hat Kael auch seinen Vater verloren. Seine Mutter und Schwester hingegen fielen Sklavenjägern in den Faultunneln zum Opfer. Wie lange dies schon her war, weiß Kael gar nicht mehr. Es gibt nur die Tage, wenn das Licht angeht und die Nacht, wenn es wieder ausgeht. Es geschieht immer im gleichen Trott, ohne Änderung, Varianzen oder Jahreszeiten. Immer nur Licht an. Licht aus.
Seit damals hat Kael bei Tante Bera gelebt, welche ihn bis zu ihrem Tode aufgezogen hat. Er weiß bis heute noch nicht, ob Tante Bera wirklich seine Tante war oder nicht. Er kannte sie aber von Kindesbeinen an, da sie direkt neben seiner Familie lebte. Bera starb am Alter oder einer Krankheit. Er weiß es nicht mehr so genau. Eines Morgens lag sie kalt und steif neben ihm unter der Decke. Sie war Pilzsammlerin und hat in den letzten Wochen vor ihrem Ende sehr viel gehustet. Wahrscheinlich hatte sie einmal vergessen in den Pilzgrotten einen Mundschutz zu tragen. Dies war letztendlich das häufigste Todesurteil der Pilzzüchter. In den Pilzgrotten war die Luft voller Sporen und ohne Mundschutz war es nur eine Frage der Zeit, bis die Sporen in die Lungen eindrangen und sich dort festsetzen würden.
Doch diese Fragen stellten sich die Menschen der Roten Grotte nicht.
Kael und einige Männer brachten die Leiche zum Fleischschacht und ließen sie in das finstere Reich des Todes hinab. Dies war die erste, wirkliche Bestattung, welcher der Junge beiwohnte. Auf seine Frage hin, was mit den Toten geschehen würde, sagte einer der Männer, der Daw hieß, dass die Kadaversammler sich nun um sie kümmern würden, welche in dem Rohrlabyrinth unter dem Schacht hausen. Ohne genau zu wissen, was dies bedeutete, fand Kael es gut, dass sich jemand um Tante Bera kümmerte. Daw nahm sich schließlich Kael an und die beiden wurden Freunde. Überhaupt war der Zusammenhalt in der Roten Grotte sehr gut. Die Menschen lebten miteinander und halfen sich untereinander aus. Die Welt jenseits der Grotte interessierte die wenigsten. Zwar ging immer ein Tross von ihnen zum Markt, um dort Handel zu treiben, doch traute niemand den Menschen dort. Denn sie waren anders. Sie waren Fremde. Und Fremden konnte man einfach nicht trauen.

Nachdem Kael ein schönes, fettes Rathog ausgesucht hatte, legte er dem Tier einen Maulkorb um und zog es an einer Leine aus dem Gehege. Es wehrte sich und wandt sich wie wild. Ohne den Maulkorb war es unwahrscheinlich gefährlich mit den Tieren so umzugehen. Mit ihren scharfen Zähnen konnten sie ohne weiteres einen Arm abtrennen und ihre Krallen waren wie kleine Dolche geformt. Schließlich taucht Daw auf und half Kael das Tier aus dem Gehege zu bekommen. Kael nickte Daw dankend zu und machte sich dann auf in Richtung Tor zu klettern. Der Pfad führte vorbei am Siedlungstor, wo einige Männer Wache hielten und hinaus in die rostigbraune Wildnis der Grotte.
Einfach war der Weg nicht. Überall lagen metallisches Gerümpel, Schrott und von Moos überzogene Überreste herum zwischen denen die Schrotter einherkrochen und krabbelten. Man musste schon aufpassen, denn nur all zu schnell konnte Schrotterbeute von den aufgetürmten Hügeln rutschen und einen Wanderer überraschend erschlagen. Ein Risiko, dass aber jeder Grottenbewohner kannte.
In der Nacht war es gefährlich, die Gebiete außerhalb der Siedlungsgrenzen zu betreten. Auch wenn die Wachen am großen Tor der Grotte dieses wie ihren Augapfel behüteten, so kamen doch immer wieder und wieder namenlose und widerliche Schrecken in die Rote Grotte und nisteten sich dort ein. Sobald das Licht an ging, verkrochen sich diese Kreaturen irgendwo im Schrott, Rohren und Spalten. Für den normalen Reisenden, der von der Siedlung zum Grottentor wandern, sind diese Dinger zumeist ungefährlich. Doch für Schrotter und andere, die in dem metallischen Unrat wühlen, können sie eine Gefahr darstellen. Daw hat vor ein paar Tagen mit erlebt, wie ein Schrotter in ein Höhle einbrach und dort von einem Monster erwischt wurde. “Das Geräusch, der zerbrechenden Knochen, der Krallen, welche das Fleisch zerreißen und die Schreie des Totgeweihten vergisst man nicht so schnell, Kael.”, sagte Daw. Und Kael glaubte es ihm.

Das große Tor der Roten Grotte ist ein rundes Stahlloch, welches einst auch verriegelt werden konnte. Doch der Rost hat die Schaniere festgefressen und daher kann man die dicke Panzertüre nicht mehr bewegen. Heute dienen einige Blechplatten als neues Tor. Daneben, auf etwa drei Meter Höhe, befindet sich die Plattform der Torwächter. Dieses krude zusammengezimmerte Gebäude bietet genug Platz für eine Handvoll Soldaten, die mit Speeren und Bögen bewaffnet sind. Uther Cane ist der oberste Torwächter und lebt schon sehr lange in dem Wachposten. Er ist einer der wenigen, die auch eine moderne Waffen trägt. Es handelt sich um eine Art Plasmagewehr und es hat ihm schon so manchen guten Dienst erwiesen und einigen Räuber, welche versucht haben in die Grotte zu gelangen, das Leben gekostet. Das Gesetz des Cane besagt auch, dass jeder, wer von Draußen kommt, ein Zehntel seines Besitzes als Zoll abgeben muss.

Kael passierte gemeinsam mit dem Rathog das Tor und machte sich auf dem Weg durch die Faultunnel in Richtung Markt. Der Weg durch die Tunnel war lang und beschwerlich. Überall waren schleimige Schlicke, feuchtes Moos und von der Decke tropfte regelmäßig brackiges Wasser und Öl. Ein paar Lampen erleuchteten die windenden Pfand mehr schlecht als recht und in diesem diffusen Zwielicht konnte man nicht erkennen, ob sich noch andere Reisende, Wachen oder Wegelagerer auf dem engen, rutschigen Weg befanden. Der Rathog quiekte jämmerlich in der Düsternis der Tunnel und auch Kael mochte diesen Weg nicht. Der Markt hingegen war ein Ort, den er mochte. Im Gegensatz zu den anderen Bewohnern der Roten Grotte interessierte ihn der Markt und die Menschen, welche dort verkehrten. Sie sahen teilweise so vollkommen anders aus. Mit bunten Haaren, exotischer Kleidung und farbigen Hautbildern. Einige hatten seltsame technische Finessen, ähnlich wie Kaels Brille. Wäre Kael nicht an seine Rathogs gebunden, so würde er nur zu gerne wissen, woher diese Menschen kommen, wie sie wohnen und leben.
Der Weg zum Markt war dieses Mal recht sicher. Nur wenige Menschen waren in dem Tunnel unterwegs und huschten schweigend von einem Schatten zum Nächsten. Einige Wachen der Händlergilde befanden sich an den Wegposten und hatten ihre sorgsam gepflegten Bolzengewehre immer griffbereit. Der Tunnel führte eine Weile steil nach oben und war nur mit einigen Seilen gesichert, an dem sich die Wanderer fest hielten, um nicht auf dem glischigen, schmierigen Moos auszurutschen. Mit einem widerspenstigen Rathog im Schlepptau war dieser Aufstieg auch keine Freude für Kael. Mit der einen Hand zerrte der Junge das Tier hinter sich her und mit der anderen hielt er sich an dem Sicherungsseil fest. Als er den höchsten Punkt erreicht hatte, bog der Tunnel scharf nach rechts ab und sackte auch gleich wieder in die Tiefe hinab zur Knochenkreuzung.

Die Knochenkreuzung war ein Schnittpunkt der Tunnel. Ein hoher, zylinderförmiger Raum der von fahlem elekrischen Licht und brennenden Öltonnen erleuchtet wurde. Hier gab es schon einige Tauschstände von jenen, welche sich einen Platz auf dem Markt nicht leisten konnten, sowie auch ein kleiner Schrein der Maschinisten und das Wahrzeichen der Kreuzung, den Knochenmann. Dies war ein Gerippe im Zentrum des Raumes, dass einem Kreuz aus Strahlträgern befestigt war und von dessem Knochen kleine Zettel und Schriftstücke herab hingen. Lesen konnte diese kaum noch jemand. Entweder fehlte das Wissen über die Worte oder sie waren durch die Feuchtigkeit unleserlich geworden.
Direkt neben dem Knochenmann war der Schrein der Maschinisten. Rußende Kerzen flackerten auf einer Art Alter, der aus Maschinenteilen, Getrieben und Zahnrändern zusammen gesetzt war und der Priester der Knochenkreuzung stand neben ihn und predigte mit Hilfe eines Lautsprechers, der vor seinem Mund befestigt war. “Preist die Maschine! Preist sie! Denn sie gibt euch Leben! Sie schützt euch, wie eine Mutter ihre Kinder! Tut eure Pflicht im Auftrag der Maschine und denkt daran: Eure Aufgabe dient der Maschine, damit sie euch allen dienen kann!”
Kael mochte die Maschinisten nicht. Ihre seltsame Erscheinung in ihren grau-schwarzen Kutten ließ ihn erschaudern. Daw glaubt, dass die Maschinisten keine Menschen sind, sondern lebende Teile der Maschine. Von einem Freund hat er mal gehört, dass dieser einen Maschinisten gesehen hat, der mit Kabeln und Schläuchen wie eine Marionette an der Wand befestigt war und von dort aus seine Predigten hielt. Der Junge schüttelte den Kopf und bog in das Tunnelstück ab, das zum Markt führte. Dieses fiel wieder hinab in die Tiefe. Die Passanten zwängten sich dabei durch die teilweise verbogenen und verzerrten Rohre.

Gerade als Kael ein besonders enges Tunnelstück passierte, riss sich das Rathog los. Hastig versuchte Kael den Strick noch zu fassen zu bekommen, doch er glitt ihm aus den Fingern. So rannte das Tier quieckend in die Finsternis des Tunnels und verschwand dort. Fluchend zwängte sich Kael durch die Engstelle und nahm die Verfolgung des Rathog auf. Schließlich musste er das Tier gegen andere Waren für sich und Uther Cane am Zollposten umtauschen. Kael rannte in die Richtung, wo er den Rathog vermutete. Dies führte ihn in einen übelriechenden Seitentunnel, der in vollkommener Dunkelheit lag. Nun war es Zeit für seine Zauberbrille. Er setzte diese auf und schon wurde alles in ein gespenstisches, grünes Licht getaucht. Und tatsächlich… Im schleimigen Dreck des Bodens konnte Kael die Spuren des Tieres entdecken. Doch diese führten immer tiefer und tiefer in den lichtlosen, kalten Eisentunnel. Nach einer Weile gabelte sich der Tunnel und die Spuren wurden immer undeutlicher. Kael fluchte abermals und spürte, wie es ihm eiskalt den Rücken hinunter lief. Sein Magen verkrampfte sich schmerzhaft. Er konnte gar nicht genau sagen, ob es Wut über das dumme Tier war oder Angst davor, dass er es nicht finden würde und dann bei Uther Cane Schulden hätte. Niemand mochte es bei Uther Cane Schulden zu haben. Denn er verlangte für diese Zinsen. Und wer nicht bezahlen konnte, musste zu den Schrottern und dort seine Schuld abarbeiten. Und deswegen wollte niemand bei Uther Cane Schulden haben.
Panik stieg in Kael auf, denn er glaubte kaum noch, dass er den Rathog je wieder finden würde. Und so machte er sich nun mit geneigtem Haupt auf den Weg nach Hause.

Er kann bis heute nicht sagen, ob es der Gefühlscocktail in seinem Körper war oder die unglaubliche Tristesse des industiellen Chaos der Röhrensysteme. Kael marschierte mit großer Wut und Panik im Bauch eine ganze Weile, als er bemerkte, dass er auf den Hinweg zu der Gabelung nicht so lange gebracht wie jetzt. Und er war immer noch in der Dunkelheit des abseitigen Rohrsystems. Nun stieg wirkliche Angst in Kaels Körper auf. Scheinbar hatte er sich verlaufen; und das ist in den Tunneln meistens ein Todesurteil. Seine Mutter hatte ihm erzählt, dass ihre Schwester sich mal in die Tunnel abseits des Hauptweges begeben hatte und spurlos verschwunden war. Und auch andere Leute aus der Roten Grotte erzählten, wie Menschen nicht mehr aus den Faultunneln zurückkamen. Etwas Unheimliches, etwas Merkwürdiges lag in diesem Labyrinth aus Stahl, Rost und Dreck und zog die Leute in seinen tödlichen Bann. Und nun schien auch Kael diesem Bann erlegen zu sein. Panisch drehte sich Kael um. Blickte in die grünliche Finsternis, die von seiner Brille so geisterhaft illuminiert wurde. Er konnte sich absolut nicht mehr daran erinnern, dass er falsch abgebogen wäre. Und so beschloss er erst einmal einfach weiter zu gehen. Vielleicht würde er schon bald auf die bekannten Faultunnel stoßen. Stattdessen aber stieß er auf immer mehr verwinkelte Kreuzungen und Abzweigungen. Die Verzweiflung in Kaels Herzen stieg immer weiter auf. Er würde hier, in der Finsternis, sterben. Verhungern. Oder erfrieren. Oder von irgendwelchen Kreaturen, welche durch die Tunnel streifen, gefressen werden. Kael dachte an eine Mutter und seine Schwester, wie sie damals verschwunden sind. Vielleicht liegen ihre Knochen auf irgendwo hier in dem Unrat der verlorenen Gänge. Der Junge spürte, wie die Tränen in seinen Augen hochstiegen. Und so setzte er sich hin und begann bitterlich zu weinen.

Doch plötzlich horchte er auf. Waren das Stimmen? Aber ja doch. In einem der Tunnel hörte er Menschen. Das konnte, nein! Das musste der Weg zurück in die Zivilisation sein! Erfüllt von neuer Hoffnung und Mut sprang Kael auf und rannte in die rostige Röhre hinein. Mit jedem Schritt wurden die Stimmen immer lauter, doch konnte er beim besten Willen noch niemanden erkennen. Aber sie musste da sein. Hinter der nächsten Kurve vielleicht…

Was jetzt geschah, konnte Kael erst im Nachhinein verarbeiten. Die Reihenfolge der Ereignisse war einfach zu schnell und unvollständig.
Er rannte also um die Biegung, als er plötzlich den Boden unter den Füßen verlor. Tatsächlich endete das Rohr einfach in der Luft und Kael stürzte unsanft auf eine besonders seltsame Art von Gewächs. Es ähnelt einer Flechte, doch war sie im Vergleich dazu riesig, von einer braun-grauen Farbe und mit grünen Zetteln versehen. Zu diesem Zeitpunkt kannte Kael noch keine Gewächse die größer waren als Pilz, Moose, Flechten und Ranken. Und ein Baum war ihm noch vollkommen fremd. Schreiend krachte er durch das Geäst bis er auf einem scheinbar dicken Zweig hängen blieb. Benommen schüttelte er den Kopf und versuchte die Orientierung wieder zu erlangen, als der Ast plötzlich laut knirschte und unter ihm abbrach. Wieder stürzte er samt dem Ast einige Meter in die Tiefe bis er unsanft landete.
Sein Rücken schmerzte ungemein, als Kael wieder versuchte auf zu stehen und sich zu orientieren. Ein grelles Licht fiel durch das Blätterdach der seltsamen Flechten auf in herab. Der Boden unter seinen Füßen war angenehm weich und voll mit grünen, kleinen Pflanzen.
“Das…ist…Gras…” Es kam einfach so mit einem Tonfall des Unglaubens und der Überraschung über seine Lippen. Gras kannte er nur vom Markt, abgepackt in kleinen Tüten. Eine Delikatesse für die Rathogs und andere Tiere. Adrenalin schoss in Kaels Blutbahnen. Er befand sich auf einer weichen Wiese, welche von einigen hochragenden Bäumen umgeben war, die hoch bis an die Decke reichten. Diese waren voller Moos und Flechten und lange Lianen hingen von ihren Ästen und Zweigen herab. Staunend drehte sich Kael um, blickte wieder nach unten…

Und erschrak. Unter dem Ast, mit dem er abgestürzt war, lag jemand. Schnell packte er das fremdartige Geäst und warf es auf die Seite. Es war ein auf dem Bauch liegender Mann, der zum Vorschein kam. Und wie Kael zu seinem Entsetzen feststellen musste, war er tot. Nach dem ersten Schrecken drehte der Junge den Leichnam auf den Rücken. Der Mann, er war eindeutig älter als Kael, hatte keine Haare auf dem Kopf und im Gesicht. Er steckte in einer Art anthrazit-grauer Anzug oder Rüstung, die aus einem fremden, gummiartigen Material bestand und über viele Taschen und Gürtel verfügte. Zu diesem Anzug gehörte auch ein roter Umhang mit Kapuze. Neben dem Mann lag eine Art Speer im Gras, sowie auch ein anderes Gerät, dass wie eine Bohrmaschine aussah. Von einer Nagelpistole hatte Kael zu diesem Zeitpunkt genaus wenig gehört wie von den Bäumen.
‘Wenn ich diese Dinge, und vorallem was von dem Gras, einpacken würde, könnte ich sie auf dem Markt verkaufen und so meine Zollschulden bei Uther bezahlen’, dachte sich Kael nach einer Weile. Dass er den Mann getötet hatte, tat ihm leid. Aber Unfälle geschahen und zum Trauern blieb genauso wenig Zeit wie sich um sein Gewissen zu sorgen. Alles Leben ging nunmal seinen Weg des Sterblichen. Manche früher, manche später.

Gerade als Kael sich daran machte, die Leiche um ihre Habseeligkeiten zu erleichtern, vernahm er aus der Nähe ein leises Stöhnen. Er drehte sich um, schlich vorsichtig um einen der Baumstämme und entdeckte einen verwundeten Mann, der an einem Baumstamm lag. Er presste seine rechte Hand auf eine Bauchwunde, doch das Blut quoll dick zwischen seinen Fingern hindurch. Der Verletzte war älter als der Tote. Er hatte einen langen, grauen Baar und ebenso lange Haare und hatte eine getönte Brille vor den Augen. Auch trug er einen ähnlichen Anzug wie der Tote und darüber einen derben, braunen Ledermantel. Neben ihn am Boden lag eine Waffe, eine Machete mit recht langem Griff. Kael entdeckte nun auch, dass der Mann noch aus weiteren Wunden blutete. Es waren tiefe Schnitte und aus anderen ragten einige blutige Nägel.
Es herrschte eine eigenartige Stille, als Kael vor dem Mann stand und ihn beobachtete. In dieser Stille konnte er den Atem des Mannes hören. Er rasselt wie eine alte Kette, die über den Boden geschleift wurde. Plötzlich wurde er von einem Hustenreiz erschüttert und er spuckte Blut und Schleim aus. Dann richtete er den Kopf auf und Kael konnte spüren, wie er von den Augen hinter der schwarzen Brille angestarrt wurde.
“Wo ist Ben? Wo ist dieser Drecksack?!”, begann der Mann dann mit leiser Stimme zu sprechen und versuchte sich aufzurichten. Kael sprang rasch zu ihm hin.
“Mein Herr! Bitte, bleibt liegen! Ihr seid zu stark verwundet.”
“Wo ist Ben?!” Der Mann starrte in Kaels Augen.
“Ich kenne keinen Ben.”, antwortete der Junge. “Aber da vorne liegt ein Toter. Vielleicht ist er der Mann, den ihr sucht.”
“Eine Leiche?! Helf mir hoch, Junge!” Der Mann griff mit der Linken nach Kaels Arm und versuchte sich an ihm hochzuziehen. Doch er schaffte es nicht und Kael gelang es auch nicht den Mann zu halten. Er war einfach zu schwer für ihn. Und so rutschte er wieder nach unten auf seinen Sitzplatz vor dem Baum.
“’Dammt!”, schrie der Mann auf. “Wegen diesem Arsch werde ich noch hier verrecken!” Wieder hustete er und traf Kael dabei. Und wieder war schwarzes Blut mit Speichel vermischt dabei. “Die Leiche…”, setzte dann der Mann fort. “Hat er einen roten Umhang?”
“Ja, Herr. Hat er.”
“Hast du ihn getötet?”
“Kann sein.” Kael schaute dabei etwas beschämt zu Boden. “Ich weiß es nicht genau. Es ging alles so furchtbar schnell. Ich…”
“Für deine Geschichte habe ich jetzt keine Zeit, Junge.” Der Mann unterbrach Kael in seiner Rede und wieder starrten seine Augen in die des Knaben. “ Ich verblute hier in wenigen Augenblicken, denn ich spüre schon, wie die Kälte des Todes meine Glieder ergreift. Höre mir jetzt genau zu.”
Mit diesen Worten lange der Mann an seinen linken Unterarm und krempelte den Ärmel seines Anzugs hoch. Der bleiche Unterarm lag frei. Mit der rechten Hand tastete er seine Haut ab bis ein leises, mechanisches Klicken zu hören war. Plötzlich teilte sich die Haut und das Gewebe der Armes und gab eine geheime Tasche frei, die über dem Knochen lag. Und aus dieser Gewebetasche holte der Mann einen Gegenstand hervor. Er war flach und klein, vielleicht zehn Zentimeter lang und drei breit. Die Form war unregelmäßig. Das Ding schien aus einem bläulichen Metall zu bestehen und war von leuchtenden Adern durchzogen.
“Hier. Nimm den Schlüssel.” sprach der Mann und gab ihm Kael. “Sie…sie werden nach ihm suchen. Aber sie dürfen ihn nicht finden!”
“Wer wird nach ihm suchen?” Kael nahm das Artefakt entgegen, doch der Mann ging nicht auf Kael Frage ein. Stattdessen zog er sich einen goldenen Ring vom Finger und reichte diese auch dem Jungen.
“Die Karte…du…du wirst sie brauchen.”
“Aber?! Was soll ich damit machen?!”
Der Mann sackte tiefer in sich zusammen. “ Clover…Clover weis…” Und mit diesen Worten verstarb der namenlose Mann.

Kael war wieder alleine. Alleine in einer fremden Welt. Alleine mit zwei Toten. Alleine mit zwei seltsamen Artefakten und mit dem Wissen, dass er deswegen gejagt werden würde. Er machte sich nun erstmal keine Hoffnungen mehr nach Hause, in die Rote Grotte, zu kommen. Stattdessen packte er zusammen, was er von den beiden Leichen mitnehmen konnte und suchte einen Weg aus dem Urwaldhain heraus und machte sich auf die Suche nach Clover…

Donnerstag, 4. September 2014

[Weltenbau] Brainfarts

Smells like Worldspirit...

Hier habe ich mal alle Ideensplitter von (Rollenspiel-)Welten, die mir so in der letzten Zeit in den Sinn gekommen sind, aufgeführt. Einfach mal so. Just for fun.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

[Weltenbau] Auflistungen

Irgendwie hatte ich heute mal Bock, meine Einträge im WB-Forum mal zu sortieren und auszumisten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist aber auch irgendwie...erschreckend, beschämend, merkwürdig, seltsam, traurig? Ich weiß grad nicht, was dies am ehesten beschreibt, aber seht selbst:

Gaia - Eine exotische Sci-Fantasy-Welt.
 
Meine und allgemeine Gaia-Threads:
Yelajas Threads:
Gaia-Bilder
Homepage:

Cimorra - Eine Weird-Sword, Sorcery & Planet-Welt.

Fertige Settings - Welten, die meines Erachtens fertig sind:

Brainfarts - Welten, die einst waren und nun nicht mehr sind und einige Ideenkonzepte, die aber irgendwie eingeschlafen sind.

Erkenntnisse aus dieser Forschung, die mich eben etwa verwirren und zum Grübeln bewegen:
  1. Es hat sich in all den Jahren einiges an Material in meinem Kopf angesammelt, welches letztendlich auf (digitalem) Papier gelandet ist.
  2. Man könnte sagen, ich wäre recht produktiv, aber das meiste sind nur Brocken von mentalem Erbrochenen. Produktiv würde ich es nennen, wenn ich die Zeit für Gaia und/oder Cimorra verwendet hätte.
  3. Trotz aller Vielseitigkeit, was die Szenarios angeht, ist doch eine Tendenz abzulesen: Weird, Horror und Sci-Fi. Interessant ist irgendwie, dass Gaia, mein bevorzugtes Produkt, nicht wirklich in dieses Schema passt. Das könnte bedeuten, dass

    1. Ich mich zwar mit dem den drei Genres der Tendenz gut identifizieren kann, aber damit auf keinen wirklich grünen Zweig komme und
    2. Dass ich eigentlich mit einem schwerpunktmäßigen Fantasythema ganz gut laufe.
    Das heißt, ich könnte mal versuchen, mich auf EIN Weird-SF-Horror-Setting konzentrieren, weil ich da eine ganz gute Essenz heraus holen könnte. Im Gegenzug sollte ich mich auch auf ein Fantasy-Setting konzentrieren und das wird, wahrscheinlich am ehesten Gaia sein.
    Cimorra ist gut, aber es fällt mir im Moment nicht viel dazu ein. Leider...
  4. Irgendwie fühle ich mich von "Von den Schwarzen Sternen" wieder sehr angezogen und hätte echt Lust, dieses Setting fort zuführen. Vielleicht wird dies ja das essentielle Weird-SF-Horror-Setting? Ich muss mal dringend das Material dazu, was ich schon geschrieben habe - ist definitiv mehr als wie im Thread - heraussuchen.
Fazit: Diese Übersicht war mal ganz gut für mich, um mal zu sehen, wo ich stehe und wo meine Schwerpunkte liegen. Ich gebe auch zu, ich bin mal gespannt zu sehen, wie es weiter geht. Kommt noch was Neues dazu?... Hoffe nicht...

Dienstag, 24. September 2013

[Sonstiges] Tipps & News

Man kann seinen Augen kaum trauen, aber ja, ich bin mal wieder hier. Nach Urlaub, Umzügen, Weltenbastlerolympiade und anderem Stress, erlaube ich mir mal wieder einen kleinen Post mit zwei netten Hinweisen zu hinterlassen. 

Nummero Uno: Tempel of Elemental Evil für lau



Auf Dark Corners of Role Playing fand ich einen Hinweis von Needles (Thx guy!), dass es die AD&D-Kampagne "Tempel of Elemental Evil" bei DriveThruRPG für umsonst gibt. Könnte für den einen oder anderen ja interessant sein.


Numero Duo: ShadowRun 5 für 20 €






Auf Amazon kann man ShadowRun 5 für lächerliche 20 € vorbestellen. Was Pegasus schon bei Cthulhu mit dem Spielerhandbuch gemacht hat, haben sie hier auch durchgezogen und ich finde die Idee wirklich gut. So wird der Ein- bzw. Umstieg dem einen oder anderen dann doch einfacher gemacht. Nun bin ich nur noch selber am abwägen, ob ich es mir - der Sammlung halber - hole oder nicht.

Denn eigentlich steht schon seit längerem bei mir "Ruf der Wildnis", die neue Erweiterung von "Villen des Wahnsinns", auf dem Speiseplan:



Und seit dem letzten Weltenbastlertreffen, also letztem Wochenende, wo wir das Abenteuer "Verloren in Zeit und Raum" gespielt haben, bin ich wieder um so mehr darauf bedacht, mir die Erweiterung zu holen. 

Was gibt es sonst noch so Neues? 

Gaia bekommt eine Rundumerneuerung
Dies war irgendwie wieder einmal fällig, da ich mit dem aktuellen Stand, diesem extremen Flickerteppich aus Genres nicht mehr zu frieden war. Bei den Spielrunden war das Bild einfach nicht richtig homogen und irgendwie driftete man immer wieder mehr in Richtung viktorianisches England, Steampunk oder SF ab, ohne dass die eigentliche Kernaussage der Welt wirklich zu Geltung kam. So haben Yelaja und ich begonnen, die Zeitlinie neu zu schreiben, um die Welt in ein neues, runderes Licht zu setzen.

Neues Setting: Bright Heaven
Da ich mich bei Gaia nun mit Yelaja stärker absprechen muss, habe ich mal wieder etwas Neues aus dem Boden gestampft. Das Projekt nennt sich "Bright Heaven" und soll schon in die Richtung "Weird-SF-Welt" gehen. Weiter Informationen dazu werde ich, bei gegebener Zeit nachlegen.

So, das wäre es erstmal für den Anfang. Jetzt muss ich erstmal meine Augen ausruhen. Die Nächte beim letzten Wochenende waren kurz - teilweise einfach zu kurz.

Freitag, 21. Juni 2013

[Sonstiges] Werbung in fast eigener Sache

Normalerweise mache ich ja keine Werbung, aber dieses Mal ist es fast in eigener Sache.

Chora | 2012 | 160x30cm | acrylics, oil pastel pencils, copic marker and structure paste on canvas | SOLD
Ein Freund von mir, Stundent der Psychologie und Philosophie wie eben auch Weltenbastler, füllt neben seiner Rolle als Student noch die des Künstlers aus. Und dieser Rolle besitzt er ein äußerst begnadetes Talent dazu, abstrakte Traumwelten auf eine besonders beeindruckende Art und Weise auf die Leinwand zu zaubern. Dadurch, dass er selbst aus dem Bereich der fantastischen, kreativen Kunst kommt, neigen seine Werke, obwohl sie wie schon gesagt von abstrakter Natur sind, eben fremdartige Welten abzubilden und - so finde ich  - dass seine Kunst für Rollenspieler und Weltenbauer genauso geeignet sind, wie eben auch für jeden Freund der schönen Künste.

Nun ist es so, dass er zum einen Teile seiner Werke veräußern möchte, um Platz für neue in seiner Studentenbude zu schaffen und zum anderen bietet er aber auch seine Fähigkeiten für spezielle Sonderwünsche an.

Wer nun also eine kleine oder größere, einmalige Verschönerung für seine Wohnung benötigt oder vielleicht sogar eine abstraktere Vision für eine Rollenspielpublikation braucht, kann sie vertrauensvoll an ihn wenden.

Hier ist der Link zu seiner Homepage: http://www.ganrir.de

Donnerstag, 4. Oktober 2012

[Weltenbau] WBO 2012 - Die Ergebnisse

Die Ergebnisse sind da! Yeah! Und mein Ergebnis ist gar nicht mal so schlecht:

1x Gold
Tierart: Der Hralin

1x Silber
Pflanzenart: Die Graue Kieselpest

3x Bronze
Handelsware: Die Nasha-Schwämme
Regionale Spezialität: Tarkianischer Voka
Gilde/Verein/Bündnis: Rasha Arandi - Die Hüter des Roten Sandes

Ohne Medallie:
Kriminalität/Konflikt: Die Blutglyphe
Lokale Persönlichkeit: Aratoqa und der Leviathan

Wie immer sind alle Beiträge für Gaia gebastelt worden.

Eigentlich habe ich gehofft, dass meine regionale Spezialität etwas höher kommt. Dafür war ich überrascht, dass die Rasha Arandi noch den 3. Platz bekommen haben, da ich mir die Story echt übelst aus den Fingern gesaugt habe. Besonders stolz bin ich aber auf den Hralin. Das Tierchen hat einfach gerockt!

Yela hat diesmal nur einen Betrag für die Kategorie "Krankheit" abgegeben und einen guten 2. Platz erlangt: Die Hauben- oder Kammfäule

Auf Grund der Ergebnisse bin ich doch auch wieder motiviert nächstes Jahr wieder bei der WBO mitzumachen! Jo!

Donnerstag, 30. August 2012

[Weltenbau] WBO 2012 - Geschafft!

So, ich habe fertig! 

Die WBO 2012 ist für mich gelaufen. Von den 9 Disziplinen, bei denen ich mich angemeldet habe, habe ich 7 bearbeitet. Zu zweien ist mir einfach nichts eingefallen, aber damit habe ich gerechnet. Wer mal einen Blick auf die Themen werfen will, kann es ja mal hier tun: WBO 2012

Jetzt kann ich mich wieder anderen Dingen zuwenden und mal ganz zappelig auf die Bewertungen warten.

Montag, 20. August 2012

[Weltenbau] WBO 2012 - Woche 4...oder so...

Die WBO schreitet voran und ich hab diese Woche mir wieder 2 Aufgaben aufgehalst. Diese sind wie folgt:

Städtische Wahrzeichen:
Dieses Wahrzeichen entstand einst, um Stadtbewohnern mit eingeschränkter Sinneswahrnehmung die Orientierung zu erleichtern. Obwohl dieses Wahrzeichen inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und berühmt ist, fühlen sich manche Personen zuweilen davon gestört.

DAFUQ?!?! Ok, ein Wahrzeichen - warum sollte so etwas ein Wahrzeichen sein??? - das eine Art Orientierungssystem darstellt und andere Personen nervt, ist machbar. 
Aber dieses "über die Stadtgrenzen hinaus bakennt und berühmt" ist ein Punkt, der die Sache wirklich etwas unnötig kompliziert macht.

Lokale Persönlichkeit:
Die Person,die kein Künstler ist, ist für etwas sehr berühmt und geschätzt geworden, was sie nicht selbst vollbracht hat. Diese Person beabsichtigte zwar keine Täuschung, hat sich zu dem Irrtum aber auch nie geäußert.

Pfff...Irgendwie musste ich bei der Aufgabenstellung an "The Simpsons" mit der "Ich hab nichts gemacht!"-Folge denken. Gut, es passt nicht 100%-ig, aber es ist wieder dieses "berühmt und geschätzt" was wieder die Sache so ungemein komplex macht. Wahrscheinlich muss ich mich auf einen klitzekleinen Bereich von Gaia festlegen, wo diese Person berühmt ist. Dann stört diese Person das Weltbild Gaias nicht so sehr.

Sonntag, 29. Juli 2012

[Weltenbau] WBO 2012 - Woche 2

In der zweiten Woche der WBO habe ich mir nun 2 Aufgaben aufgehalst. Diese sind wie folgt:

Waffen/Werkzeuge:
Dieses Werkzeug wird von sich als "höher entwickelt" betrachtenden Völkern als unglaublich primitiv abgetan, dennoch erledigt es seine Aufgabe effektiver als alles, was diese vermeintlich Höher-Entwickelten dafür benutzen.

Hier war mein erster Gedanke einfach nur "WTF?!?!". Der zweite war nur "Was hat die Jury denn geraucht?" Das soll man jetzt nicht falsch verstehen. Ich meine, der Job der Jury sich jedes Jahr eine neue Aufgabe zu überlegen, ist nicht einfach und wahrscheinlich brauche ich einfach erstmal die Muse, um mir die Aufgabe in Ruhe durchzulesen und in ihre Einzelteile zu zerlegen.


Handelsware:
Diese Ware ist lebendig, kann aber dank ihrer Eigenschaften gut transportiert werden. Nichts an/von ihr ist essbar bzw. als Nahrungsmittel geeignet. Beschreibe die Handelsware und ihren Verwendungszweck. 

Ok, hier kann man relativ einfach was basteln. Ich betone nochmals das RELATIV, denn ich hab zwar einige Ideenbrocken im Kopf, aber noch konkrete Gedanken. Naja, mal schauen, was mir noch so einfällt. Hab ja noch Zeit...bis...Sonntagnacht...mit beiden Aufgaben...*hüstel*

Sonntag, 22. Juli 2012

[Weltenbau] WBO12


So, seit heute Nacht hat die diesjährige WBO (Weltenbastlerolympiade) hat mit ihren ersten beiden Disziplinen begonnen und ich bin wieder als Teilnehmer bei insgesamt 9(!!!) Diszplinen (ich Wahnsinniger!!!) mit dabei.

Und da ich immer nur Gaia als Welt für die WBO nutze, werde ich mich wahrscheinlich in den nächsten Wochen bezüglich Cimorra und Yagog 3 "etwas" rar machen. Da ich aber immer versuche die Disziplinen so rasch wie möglich zu bearbeiten und zu lösen, hoffe ich einfach mal, dass ich noch ein paar Ressourcen für andere Projekte übrig habe. 

Heute ging es mit "Tierart" los und die Aufgabe lautet:

Aufgabenstellung:
Dieses Tier ist Teil eines bestimmten Sprichworts. Beschreibe das Tier, wie ist das Sprichwort und wie kommt es zu diesem? 

Eine Idee ist schon vorhanden. Jetzt muss sie nur noch ausgearbeitet werden.

Mittwoch, 23. Mai 2012

[Sonstiges] Warum...

... hast du eigentlich den Tempel von Angkor Wat als Blogheader? Das wirkt ein wenig wie ein Reiseblog über Kambodscha." - So wurde ich demletzt von einem Freund gefragt.


Also: Warum Angkor Wat als Header für einen Blog, der sich zu einem größeren Teil mit fiktiven Welten und dererlei Dingen beschäftigt? 

Als Erstes möchte ich erwähnen, dass ich noch nie in Kambodscha und in Angkor war, dieses aber doch gerne mal tun möchte. Bis dato habe ich sehr viele Bilder und Berichte über die Tempelstadt gelesen und gesehen und sie faszinieren mich immer wieder. Zum einen sowohl die Architektur der gesamten Anlage, aber auch ihr jetziger Zustand, wo sie zu großen Teilen vom Dschungel verschlungen ist. Dies hat eine starke, inspirative Wirkung auf mich. Mittelalterliche Burgen, Kathedralen und dergleichen finde ich ja auch ganz nett und je nach dem auch recht beeindruckend, doch versetzen sie mich nur bedingt in einen kreativen Bastelprozess. Verlassen wir aber den abendländischen Raum, so finde ich die Architektur wesentlich interessanter und eben für meine Zwecke und Vorstellungen geistig und imaginativ anregender. 


In unseren Gebieten gibt es fürwahr einige Objekte zur geistigen Anregung, wie z.B. die Katakomben von Rom, Mont San Michel oder die englischen Heartlands, welche ich am Samstag auch wieder heimsuchen werde, mit den Collages von Oxford und den ganzen, malerischen Dörfchen. Doch mich dürstet es einfach nach mehr und nach exotischeren Orten für meine Welten. 
Gaia, welche als eher abendländische Steam-Fantasy-Welt begann, hat nun auch viel mehr exotische Elemente erhalten. Zum einen für meine geistige Befriedigung und zum anderen für zur deutlicheren Abgrenzung von anderen Welten. Für Cimorra gilt auch in etwa das Gleiche. Auch hier sind die exotischen Elemente das, was mich antreibt und mich geistig beflügelt. 
 Zumal auch die Urquellen meiner Inspiration eher exotisch sind (z.B. C.A.S Zothique, Hyberborea und Poseidonis) und mit einem entsprechenden Wortschatz arbeiten, der die Vorstellung in diese Richtung drängt.
The Muse of Atlantis - Clark Ashton Smith

Will you not join me in Atlantis, where we will go down through streets of blue and yellow marble to the wharves of orichalch, and choose us a galley with a golden Eros for figure-head, and sails of Tyrian sendal? With mariners that knew Odysseus, and beautiful amber-breasted slaves from the mountain-vales of Lemuria, we will lift anchor for the unknown fortunate isles of the outer sea; and, sailing in the wake of an opal sunset, will lose that ancient land in the glaucous twilight, and see from our couch of ivory and satin the rising of unknown stars and perished planets. Perhaps we will not return, but will follow the tropic summer from isle to halcyon isle, across the amaranthine seas of myth and fable; we will eat the lotus, and the fruit of lands whereof Odysseus never dreamt; and drink the pallid wines of faery, grown in a vale of perpetual moonlight. I will find for you a necklace of rosy-tinted pearls, and a necklace of yellow rubies, and crown you with precious corals that have the semblance, of sanguine-coloured blossoms. We will roam in the marts of forgotten cities of jasper, and carnelian-builded ports beyond Cathay; and I will buy you a gown of peacock azure damascened with copper and gold and vermilion; and a gown of black samite with runes of orange, woven by fantastic sorcery without the touch of hands, in a dim land of spells and philtres.
Diese Worte treiben mich im Geiste immer an die fremdartigen Orte der Welt und einer der beeindruckensten ist einfach Angkor Wat.


 Zuletzt sind es auch meine Träume, die mich immer wieder und wieder an diesen Ort hinversetzen:
Mein Traum spielte [...] in einer extrem merkwürdigen, aber sehr geilen Stadt, die irgendwie an Ankhor erinnert hat. Überall waren Steinsäulen, die von dicken Ranken umwuchert waren und zyklopisch-titanische Tempelbauten, die mehr an gewaltige Berge erinnerten als an Gebäude. Man konnte nur über ein paar verfallen Brücken in die Stadt gelangen und teilweise musste man über enge Stege krabbeln oder durchs Wasser waten. Das Komische aber war, dass die Stadt bewohnt war und zwischen den riesigen, überwucherten Ruinen lebten Leute in Bambushütten. Die Kulisse war einfach überwältigend. Ich kann mich noch genau an sie Sonnenauf- und Untergänge erinnern und an die Schatten dieser seltsam, merkwürdigen Bauten. Sogar der Geruch der Märkte liegt mir noch in der Nase [...]. Details über die Geschichte des Traums habe ich keine mehr. Nur noch die sehnsüchtige Erinnerung an diese wahrhaft traumhafte Stadt. Irgendwie komme ich jetzt vor wie Randolf Carter bei der Traumsuche nach dem unbekannten Kadath, aber ich hatte schon lange nicht mehr einen so intensiven und realistischen Traum gehabt. - Einer meiner Traumberichte aus dem Weltenbastlerforum
Ich kann mich noch immer an diesen Traum erinnern und an die Stadt, deren Ähnlichkeit mit Angkor sehr frappierend ist. Und nur zu gerne würde ich sie wieder erblicken. Die Stadt aus meinem Traum.


Fazit aus dem Ganzen: Angkor ist für mich das Sinnbild meiner Werke. Die reale, materialisierte Darstellung meiner Träume, Vorstellungen und Fantasien. Und daher macht es auch schon einen gewissen Sinn, dass ich Anghor Wat für meinen Blogheader gewählt habe.

EDIT: Weitere hochinteressante und inspirierende Locations findet man hier: Atlas Obscura
 

Dienstag, 1. Mai 2012

[Sonstiges] Rückmeldung vom FJT

So. Ich bin also wieder vom FJT der Weltenbastler zurückgekehrt und muss sagen, dass es ein äußerst entspanntes und sehr schönes Treffen mit vielen alten Freunden - und auch einer hoffentlich neuen Freundin (platonisch gemeint) - war. Zwar war es in Sachen Workshops etwas ruhiger dieses Jahr, doch war die inspirative Gesamtausbeute durch die vielen Diskussionen mit den anderen sehr hoch. Und ich vermisse dieses Rudel grandioser Gehirne schon wieder sehr. 

Fakt ist, dass ich am Treffen wieder etwas an Gaia weitergebastelt habe - was ja schon eine echte Seltenheit geworden ist - und dass ich bei einer sehr fruchtbaren Rollenspielregelwerkdiskussion einige sehr interessante, neue Sichtweisen erkannt habe und auch einige Ideen geben konnte. Nein, ich bleibe jetzt bei BoL und fange nicht mit etwas Neuem an, aber ich werde sehr wahrscheinlich mal einen Blick in "Legends of the 5 Rings" werfen, wobei die Regeln zwar sehr schön sind, mich aber der ausführliche, mythologisch-asiatische Hintergrund am meisten reizt.

Das Treffen war toll und ergiebig. Ergiebiger als so manche Treffen mit vielen Workshops zuvor und ich hoffe, dass die Zeit bis zum nächsten Treffen nicht wieder sooo lange dauern wird, denn ich bin einfach süchtig nach diesen Menschen und ihrer ansteckenden Kreativität geworden.

Donnerstag, 26. April 2012

[Sonstiges] Things to do

Oder: Ausreden, warum es hier im Moment nicht viel Neues zu lesen gibt, sondern nur Tittenbilder gepostet werden.

Einige Baustellen haben mich im Moment sehr in ihrer Gewalt, weswegen ich auch kaum Zeit finde, etwas wirklich Neues zu posten. Zum einen findet an diesem Wochenende das FJT (Frühjahrstreffen) des Weltenbastlerforums statt, wo ich dieses Mal auch einen Workshop zum Thema "Wie bemale ich eine TTG-Miniatur?" abhalten werde. Entsprechend lese ich mich etwas in Bemalungstechniken ein und bereite einige Minis zum Bemalen vor. 

Auf der anderen Seite miste ich mal meinen "Inspirations"-Ordner aus, in dem ich so "einige" Bilder, die mich eben sehr inspirieren abgelegt habe. Nun hat sich da im Laufe der Zeit einiges angesammelt (ich glaube, es waren zum Schluss knapp 8 GB) und nicht alles davon entspricht dem Bild, dass ich bei dem Gedanken an Gaia z.B. vor Augen habe. Daher muss mal einiges rausgeschmissen werden - und in einem...sagen wir "Lager 2ter Wahl" abgelegt. Vielleicht kann man es später noch mal gebrauchen.

Und dann sind da noch so Kleinigkeiten wie Job und neue Wohnung, die mich vom Basteln etwas abhalten. Aber ich bin mir sicher, dass sich die Situation auch wieder verbessern wird. Denn wie mein Yoga-Lehrer immer sagt: "Alles wird gut."

Dann ist da auch noch das BoL-Monsterkompendium, an dem ich immernoch rumtippe. Es ist nicht ganz soo einfach wie ich es erhofft hatte, denn bei meinen Recherchen in dem bisherigen BoL-Material stoße ich immer wieder auf Differenzen. Aber das kriege ich auch noch irgendwie wieder gebacken. Ich bin nur am überlegen, ob ich speziell für Gaia die Sache mit BoL-Regeln und den Kreaturen etwas einfacher handle und die meisten normaleren Tiere einfach mit der Kreaturen-Tabelle abwickle. Sozusagen "Pferd (groß)" und fertig. Dadurch, dass Gaia mehr auf Storytelling anstatt einem massiven Regelkorsett besteht, dürfte diese Angabe vollkommen ausreichen.

Dienstag, 24. April 2012

[Weltenbau] Wie bastel ich mir eine Weltkarte?

Bevor es wieder mehrfach nur TITTEN-Bilder (Hab ich Titten gesagt?) hier im Blog gibt, will ich nun auch mal wieder was halbwegs Vernünftiges schreiben.

Immer wieder stoße ich auf die Frage, wie man am besten mit einer Weltkarte beginnen soll. Sicherlich kann man einfach so darauf loszeichnen und hoffen, dass das Ergebnis gefällt oder man überlässt die Sache eher dem Zufall in Form eines Randommapgenerators.

Hier will ich aber das Pferd mal von einer anderen Seite aufzäumen. Und zwar gehe ich erstmal davon aus, dass derjenige, der eine Weltkarte haben möchte, ersteinmal eine Idee haben sollte, was er auf seiner Welt haben will.


Der entscheidende Funke und die richtige Stimmung

Zuerst sollte sich der Bastler mal im Klaren sein, was er auf seiner Welt haben möchte. Damit meine ich jetzt noch gar nicht die Kontinentalformen oder Gebirgserhebungen, sondern einfach nur einige Impressionen, die auf Grund eines Brainstormings entstanden sind. Ein paar Gedanken dazu könnten sein:
  • Wie ist die Welt aufgebaut (Kugel, Ebene, Ring, Splitter, Schollen, usw.)?
  • Wie sollte das Klima der Welt in ihrer Gesamtheit sein (erdähnlich, wärmer oder kälter)?
  • Welche Wesen sollten diese Welt bevölkern (z.B. Elfen, Menschen, Orks, kybernetische Organismen, Tiefe Wesen oder ähnliches)?
  • Welches Techlevel soll vorherrschen (Alles möglich von der Steinzeit bis hin zur fantastischen High-Tech-Sci-Fi)?
  • Was hat mich zum Weltenbau inspiriert (z.B. Herr der Ringe, Star Wars, Conan, usw. oder Filme, Bücher, Spiele, Bilder, Musik)
Der Bastler sollte sich bei diesem Brainstorming in eine gewissen Stimmung versetzen, um eins mit seiner Welt zu werden. Klingt jetzt komisch und reichlich esoterisch, ich weiß. Aber gewisse Welten besitzen gewisse Stimmungen. Und diese Stimmungen müssen ja auch erst in diese Welt hineingebracht werden. Dazu sollte man sich beim Basteln der Welt in die Stimmung versetzen, die man erreichen will.

Vergleicht man z.B., um mal ein paar extreme Stimmungselemente herzunehmen, Mittelerde mit Hyrule von "Zelda", so hat man erstmal grundsätzlich zwei Fantasywelten, die aber durch vollkommen unterschiedliche Stimmungselemente definiert werden.

Das Einstimmen in die Stimmung kann z.B die Influence Map erfüllen. Durch die Bilder und Farben und die Verteilung der Elemente kann man am Ehesten eine Stimmung für eine Welt erzeugen. Und sind wir auch mal ehrlich: Jeder lässt sich inspirieren.

Wenn wir also in der richtigen Stimmung für die Welt sind und einige Eckdaten durch das Brainstorming gefunden haben (z.B. für Cimorra waren einige Eckdaten Conan, John Carter of Mars, Tekúmel, SF = Mystik und Magie, sehr warme Welt, usw.), kann sich nun die Karte setzen.


Wie beginnen... oder Die Dart-/Würfelmethode

Wenn man absolut keine Idee hat, wie man seine Karte beginnen soll, so gibt eine nette, untechnologische Methode, um ein Karte ideenbezogen zu erschaffen.
Was heißt "ideenbezogen"? Ideenbezogen sagt nichts anderes aus, als dass man versucht seine Ideen und Vorstellungen, die man in den Eckpfeilern gesetzt hat, irgendwie unterzubringen.

Eine Methode, die mir demletzt eingefallen ist, wäre die Dart- oder Würfelmethode. Bei beiden Methoden benötigt man ein Blatt Papier (idealerweise ein Flipchartblatt mit 2,5cm Karo), einen Stift und eben eine größere Menge unterschiedlich markierter Dartpfeile oder Würfel.
Zu Beginn legt man fest, welche Würfel oder Pfeile welches Element der Welt darstellen. Z.B. kann ein Dartpfeil für "Das große Imperium (TM)" stehen oder "Orkreich", "Trolllande" oder ähnliches. Nun nimmt man das leere Blatt und hängt es an eine Wand, die man mit Pfeilen bewerfen kann, ohne dass sie gleich Schaden nimmt. Arbeitet man mit Würfeln, so legt man das Blatt einfach auf dem Boden oder einen Tisch aus. Anschließend nimmt man seine Darts und wirft sie auf das Papier bzw. seine Würfel und lässt sie einfach auf das Blatt fallen. Dort, wo die Pfeile/Würfel gelandet sind, macht man einen Kringel und schreibt die Bedeutung des Darts/Würfels mit dazu. Nun hat man seine Ausgangsideen schon mal an gewisse Positionen aufs Blatt gebracht.

Der Vorteil der Würfelmethode: Die Zahlen können angeben, wie groß das Land eigentlich ist. So kann z.B. für "Das große Imperium (TM)" einfach ein W20 oder W30 genommen werden, um ein möglichst großes Ergebnis zu erhalten, während man für ein unwichtiges Hobbitland auch mit einem W4 zu recht kommt.



Dann legt man sehr grob eine Landmassenform für jedes Land fest, wobei man sich an dem erwürfelten Wert orientiert.Im Beispielbild habe ich einfach mal Kreise so platziert, wie ich mir in etwas die Länder vorstelle.



Jetzt haben wir schon mal eine sehr, sehr, sehr grobe Vorstellung, wie die Weltkarte, orientiert nach unseren Eckdaten, aussehen könnte. Verbinden wir nun die Kreislinien untereinander, so kann man schon seine etwas feinere Landmasse erkennen.


Nun beginnt die Feinarbeit. Sprich: Die Küstenlinien werden feiner ausgebaut, Gebirge, Flüsse und Seen werden eingezeichnet. Sind weitere Reiche, Städte oder Points of Interest von Nöten, so kann man diese auf die gleiche Art und Weise festlegen, wie man die Eckdaten auf der Karte festgelegt hat.

Vorher sollte man sich andere Karten mal anschauen, um ein Gespür für das Entwickeln von Küstenlinien und der Ausarbeitung der Karte zu bekommen. Mit etwas Übung kann dann das Endprodukt bald schon wie das folgende Beispiel aussehen:



Karten zeichnen kann im Grunde jeder und eine Karte ist auch eine gute Basis für ein vernünftiges Weltenprojekt oder RPG-Setting. Es kommt dabei nicht auf geografisches Wissen an oder wissenschaftliche Akkuratesse an, sondern auf das eigene Gefühl, wie es richtig sein muss, und auf die Stimmung der Welt.

Sonntag, 18. März 2012

[Film] John Carter


Der Bürgerkriegsveteran John Carter findet sich eines Tages plötzlich und aus unerklärlichen Gründen auf einem fremden Planeten wieder. Er stellt fest, dass dieser Planet, den die Einheimischen Barsoom nennen, der Mars ist. Barsoom beherbergt die unwahrscheinlichsten, fremdartigsten Kulturen und Lebewesen, droht aber durch eben diese unterzugehen. Denn zwischen den Kulturen und Völkern herrscht ein erbitterter Krieg. Auf seinen Reisen durch diese Welt begegnet Carter vielen verschiedenen Gestalten, wie auch dem charismatischen Anführer Tars Tarkas und der wunderschönen, selbstbewussten Prinzessin Dejah Thoris. Carter weiß, dass das Überleben dieser Welt und ihrer Bewohner auch von ihm abhängen... - filmstarts.de

So. Gestern war es ENDLICH soweit.
Meine Erwartungen waren recht hoch gesteckt, wobei ich ja auch immer wieder versuche sie recht niedrig zu halten, um keine zu arge Enttäuschung zu erleben. Aber im Falle von "John Carter" tat ich mir echt schwer sie unten zu halten, denn seit der Ankündigung, dass der Film kommt, habe ich darauf gewartet und im Grunde alles, was man darüber gehört und gelesen hat, in mich aufgenommen.

Meine Erwartungen lagen in dem Bereich, einen optisch beeindruckenden, klassischen Abenteuerfilm zu sehen, der gekonnt die Kurve zwischen Fantasy und Sci-Fi hinbekommt und einfach mal wieder was anderes bietet, als Jedis, Hobbits, Magieschüler und Glitzervampire und dabei den Zuschauer komplett in eine andere Welt entführt.

Diese Erwartungen wurden von dem Film vollkommen erfüllt.

...optisch beeindruckenden, klassischen Abenteuerfilm...
Optisch ist "John Carter" eine berauschende Augenweide. Sicherlich liefern die kargen Wüstenlandschaften von Barsoom nicht so einen Detailrausch wie Pandora bei "Avatar", aber durch diese Schlichtheit lies dann das, was es zu sehen gab um so epischer, gewaltiger und beendruckender erscheinen. Die gewaltigen Ruinenstädte, wie z.B. die Heimat der Tharks oder das seltsame Gebilde am Fluss Iss waren einfach extrem schick und ein echter Augenöffner. Dies wurde allerdings noch von Helium und besonders von der laufenden Stadt Zodanga getoppt, welche mich teilweise an die Straßenzüge von Rabanastre aus "Final Fantasy XII" erinnerte. Insgesamt wirkte der Film ohnehin mehr wie ein Final Fantasy-Abenteuer auf mich, was vorallem an dem Design lag.

Gerade die Luftschiffe, denen ich bei den ersten Bildern recht skeptisch gegenüber stand, haben mich im Film sehr überzeugt. Überhaupt wirkte das ganze Design sehr fleischig, sprich: Es wirkte alles sehr echt und nicht gekünstelt ähnlich wie auch bei den "StarWars"-Filmen oder bei "Herr der Ringe". Es wirkte alles sehr real, aber auch daher, weil es recht staubig und abgenutzt aussah. Das passte einfach.

Zudem wirkte alles sehr authentisch und nicht von irgendwelchen irdischen Zivilisationen zusammengeklaut. Es hatte alles seinen eigenen, stimmigen Stil.

Das Ganze wurde natürlich von den wirklich sehr guten Spezialeffekten unterstrichen. Man hatte nie bei irgendwelchen Actionsequenzen, wo z.B. John Carter durch die Gegend geschleudert wurde irgendwie das Gefühl gehabt, dass man CGI-Effekte sieht, sondern es kam alles wie aus einem Guss. So muss ein gutgemachter Fantasyfilm aussehen.

Einzig die 3D-Sache war nicht wirklich nötig gewesen, aber wann ist sie das schon mal.


Die Story
Die Story des Films unterscheidet sich in einigen Punkt von der Buchversion, was aber nicht schlecht ist. Bis auf den Aspekt des "neunten Strahls", der nie erklärt wird, fand ich die Story wie sie war gut. Nichts weltbewegendes, klar, aber es tat auch nicht weh. Sie erfüllte ihren Zweck, um den Schauwert von einer Szene zur Nächsten zusammenzufügen, ohne dabei vollkommen blödsinnige Ideen und Aspekte hineinzuverwursten. Ich sage da nur mal Midichloreaner. *hust*

Schauspieler
Die schauspielerische Leistung war dem Film angemessen gut. Jeder hat sehr gut in seine Rolle gepasst und wirkte keineswegs deplatziert. Taylor Kitsch gab einen guten John Carter ab und Lynn Collins als Dejah Thoris war auch sehr ansehnlich. Die wirklichen Abräumer aber waren die digitalen Kollegen. Die Tharks und Woola, das hundeartige Echsendings, waren einfach auf ihre besondere Art und Weise grandious und komisch ohne lächerlich zu wirken.


Fazit
"John Carter" ist einfach das, was man erwarten kann: Ein perfekter und fantastischer Film zur Flucht aus der Realität - in seinem Fall so gar im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist ein klassischer Sword & Planet/Planetary Romance-Film, wie es leider heutzutage viel zu wenige gibt und es gerne viel mehr geben dürfte. Wer also keine Lust hat auf ewige Kinderbuch- oder Superheldencomicverfilmungen und einfach mal wieder für 2 Stunden köstlich amüsiert und unterhalten werden möchte, der liegt mit "John Carter" absolut richtig.

Liebes Hollywood! Bitte mehr davon! Danke!

9,5/10 frischgeschlüpfte Tharkbabys

PS: Rollenspieler und Weltenbastler dürfen hier auch ihre helle Freude haben, denn das gesamte Setting liegt so abseits von den klassischen Settings und wirkt trotzdem sehr stimmig. Zwar gibt es klassische Klischees, aber die Welt an sich macht richtig Lust sie weiter zu erkunden bzw. erzeugt Bilder im Kopf, die man als Weltenbastler nicht so leicht vergessen kann.

Donnerstag, 24. November 2011

[Fantastische Welten] Acarneya

Eine neue - und auch logische - Kategorie:



Den Anfang macht

http://www.acarneya.at/
Acarneya (von Judith "Neyasha" Oliva) ist eine von der Antike inspirierte Fantasy-Welt voller Mythen, Legenden und Geschichten. Elfen, Zwerge und Orks werdet ihr hier allerdings vergeblich suchen.
Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

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Warum ich das mache? 
Zum einen, um einige echte Highlights an selbstgeschriebenen Welten einen breiteren Publikum zu zeigen und zum anderen, um mich selber wieder etwas mehr mit diesen Juwelen der kreativen Kunst zu beschäftigen.

Mittwoch, 23. November 2011

[Rollenspiel] Weltenbastler vs. Rollenspieler

In den letzten Wochen und Monaten bin ich immer wieder über folgenden Satz gestolpert:

"Das Setting muss an das Rollenspiel angepasst sein und nicht das Rollenspiel an das Setting."

Das klingt, aus der Perspektive eines Rollenspielers, der sich fest an einem Regelkern entlang hangelt, recht sinnvoll. Denn in diesem Fall steht das Spielerlebnis vorne an. Die Welt an sich ist eher zweitrangig. Gerade im klassischen Fantasy-Bereich kann man die meisten Welten untereinander austauschen, ohne dass sie großartig ans Regelwerk angepasst werden müssen. Siehe zum Beispiel D&Ds Faerun, Aventurien oder Dungeonslayers Caera. Ähnlich kann man auch bei diversen SF- oder Horrorsettings verfahren. Setting und Regeln sind recht gut austauschbar und bleiben für sich getrennt. Sprich: Es ist durchaus möglich Aventurien mit D&D-Regeln zu spielen (was ich schon getan habe) oder Cthulhu zum Beispiel mit den World of Darkness-Regeln. Alles machbar, wenn man das Setting leicht an die Regeln anpasst.

Aber genau daran liegt im Grunde die Crux, denn was ist wichtiger: Die Regeln oder die Welt? Für einen Rollenspieler, der sich mit einer meist vorgefertigten Welt beschäftigt und diese vielleicht etwas seinen Vorstellungen anpasst, mag es wichtig sein, dass die Regeln ein unumstößliches Fundament darstellen. Ein Konstante im kreativen Chaos des Rollenspiels.

Für mich, als Weltenbastler, geht es primär aber daraum, meine Welt so zu erleben, wie ich sie mir ausgedacht habe. Also auch mit allen Elementen, die diese Welt zu dem machen, was sie ist. In diesem Fall muss sich das Regelwerk der Welt beugen und nicht die Welt dem Regelwerk.

Ein Beispiel:
Die Magie Gaias basiert auf dem Manapotential, welches die Umgebung und jedes Wesen in sich birgt. Das bedeutet, dass jeder Magieanwender im Normalfall einen Zauber ohne größere Schwierigkeiten anwenden kann. Ändert sich dieser Normalfall aber, indem ein Zauber in einer sehr manareichen oder -armen Umgebung gewirkt wird, so verändert dies auch den Aufwand, welchen der Magier aufbringen muss, um den Zauber zu wirken. Sprich: In einer manareichen Umgebung wird es einfacher ihn anzuwenden, in einer manaarmen Umgebung kann es zu gewaltigen Schwierigkeiten kommen. Im letzeren Fall muss der Magier entweder eine Manaquelle oder sein eigenes Potential anzapfen, um den Zauber wirken zu können. Und zapft der Magier dabei zu viel von seinem Potential an, so wird er früher oder später das Bewusstsein verlieren.

Dieses System ist nun keine Rollenspielregel, sondern ein In-World-Gesetz, dies aber mit einem entsprechenden Regelwerk umgesetzt werden muss, um die interne Logik der Welt beizubehalten. Daher muss das entsprechende Regelwerk an diesen Umstand angepasst werden. Ansonsten hätte man sich ja auch den ganzen Aufwand für eine stimmige Erklärung der Magie auf Gaia sparen können und ein einfaches Magiepunkte- oder Abklingsystem wählen können. Aber dass kann ja jeder.

Dieser Aspekt zieht sich durch jedes Element der Welt, weswegen es auch ungemein schwierig ist, für eine eigene Welt das passende System zu finden. Zudem kommt es noch darauf an, wie die Welt "erkundet" werden soll. Reicht zum Beispiel ein reines Storytelling-System oder sollte die Erforschung durch den Einsatz von Miniaturen verstärkt werden? Ist die Welt zum Beispiel eine alternative Erde der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft oder eine vollkommen fremde Welt? Entstand sie auf Basis von bekannten Rollenspielwelten - und somit auch auf deren Regelwerken - oder basiert sie eher auf Romanen, Filmen, Comics oder ist sie komplett frei entwickelt worden? Wie weit ist die Welt ein Eigenprodukt? Oder ist sie ein Teil eines großen Ganzen (z.B. eine Welt des Star Wars- oder  Warhammer 40k Universums)?

Diese und weitere Fragen können auf der Suche nach dem passenden Regelwerk kriegsentscheidend sein. 
Oder man schreibt natürlich sein eigenes Regelwerk - wenn man die Zeit und die Nerven dazu hat.

Daher lautet mein Motto: 

"Das Regelwerk muss an die Welt angepasst sein und nicht die Welt an das Regelwerk."

Meinungen dazu? Lasst mal hören!

Sonntag, 24. Juli 2011

[Regelwerk] Keine Panik!

So, ich hab noch ein bisschen am Regelwerk rumgefeilt und verbessert. Einige Abläufe überarbeitet und die Kämpfe noch etwas table-top-lastiger gemacht - was natürlich nicht heißt, dass man unbedingt die Kämpfe mit Miniature nachstellen muss. 

Allerdings gebe ich zu, dass ich aus - nennen wir es Rationalisierungsgründen - alle seltsamen Beschreibungen von Waffen und Zaubern von Flächenwirkungen ganz einfach durch die guten, alten Warhammerschablonen ersetzt habe. 

Die guten, alten Warhammer-Schablonen (3" oben links, 5" oben rechts und die Flammenschablone darunter)

Aber, wie es schon auf dem Ratgeber "Per Anhalter durch die Galaxis" steht: Keine Panik!
Ich hab schon einen kleinen Bastelbogen entworfen, mit dem man seine eigenen Schablonen bauen kann. Und wer nicht mit Minis spielt, brauch die auch gar nicht.

Desweiteren hab ich noch einen weiteren, für Warhammerspieler alten Bekannten eingeführt: Den Abweichungswürfel.

W6er (Abweichungswürfel links und 3W6 mit Explodierenden Würfel rechts)
Diesen hab ich eingeführt, um für die TTG-Anhänger die Abweichung gewisser Geschosse oder Granaten einfacher und schneller darstellen zu können. Aber auch hier gilt: Keine Panik! Es gibt auch eine etwas ungenauere Methode, die mit einem W6 funktioniert.

Ansonsten hab ich hier noch etwas gestrafft, da noch ein paar Lücken gefüllt und dort noch etwas Müll entsorgt. Und morgen kommt der Rest drann.

Allerdings muss ich noch zwischendurch meine WBO-Aufgabe für diese Woche lösen, die da lautete:
Regionale Spezialität
Bei der Zubereitung dieses Nahrungsmittels fällt ein Arbeitssschritt an, der dermaßen eklig ist, daß es von den Herstellern tunlichst vermieden wird, Außenstehenden davon zu berichten, um den Verkauf des Endproduktes nicht zu gefährden. Beschreibe das Nahrungsmittel und seine Herstellung.
Eine Idee hab ich schon - darf es aber noch nicht verraten - aber die ist sooo eklig, dass es mir  schon beim dran denken schlecht wird. Buäääh!

Ich wünsch auf jeden Fall euch allen mal eine schöne Woche!

Montag, 18. Juli 2011

[Regelwerk] Rumfeilerei...

Am Wochenende bin ich leider nicht so zu den Sachen gekommen, die ich eigentlich machen wollte. Entweder hatte ich keine Zeit, da mein Dad Geburtstag feierte und ich da beim Helfen etwas involviert war oder mir ging es gesundheitlich noch nicht so prickelnd.

Also stellte ich die Arbeiten am Cimorra-Layout noch etwas hinten an und feilte noch etwas am Regelwerk rum. So habe ich jetzt z.B. das Kampfsystem noch etwas beschleunigt, in dem ich es noch etwas od&d-lastiger gemacht habe, in dem ich eine Art Rüstungsklasse eingeführt habe und jeder Trefferwurf gegen eine feste Schwierigkeitsstufe abgelegt wird. Für Dungeonruns oder für Spieler, die ernsthafte Probleme habe, sich gewisse Regularien zu merken (Ja, sowas gibt's! Ich spreche da aus Erfahrung!), ist das ideal. Allerdings kann man auch  die Basisschwierigkeit für den Trefferwurf durch einen Würfelwurf ersetzen (ich nenne es "Aktive Verteidigung"), was zwar die Kampfdauer verlängert, aber auch etwas spannender macht. Besonders bei Bosskämpfen könnte diese Methode interessant sein.

Was nach der Beschleunigung des Kampfsystems jetzt sehr schön zur Geltung kommt, ist die Differenzierung zwischen Paraden im Nahkampf, Ausweichen im Nah- und Fernkampf und die Stabilität des Wesens gegen Machteffekte (Machteffekte ist der allgemeine Begriff für Magie, Psi, Superkräfte, usw.). Man kann jetzt wunderbar und recht schnell - sozusagen fast auf einem Blick - erkennen, mit welcher Methode man einen Gegner effektiver in die Knie zwingen kann.


Dann werde ich mal schauen, ob ich in der Woche noch etwas für Cimorra machen kann, denn ab nächste Woche ist wieder die WBO (=Weltenbastlerolympiade) und ich will mal wieder zusehen, dass ich meinen Run von letztem Jahr (u.a. 4x Gold) wieder schaffen kann. Evtl. könnten dabei auch ein-zwei Basteleien für Cimorra herausspringen. Schauen wir mal...